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Angelina Maccarone

Angelina Maccarone

Leben & Werk

Deutsche Regisseurin und Drehbuchautorin. Angelina Maccarone wurde mit fröhlichen Filmen über Frauenfreundschaften bekannt. Nach sieben Jahren Pause kehrte sie mit risikobesetzten Stoffen zurück zur Regie, inszenierte mit “Fremde Haut” (2005) das packende Drama einer aus dem Iran geflohenen lesbischen jungen Frau, die in der schwäbischen Provinz landet und in Männerkleidung (Jasmin Tabatabai) die politische Verfolgung zu überstehen versucht, und 2006 das Drama “Verfolgt”, die Liebe zwischen einer reifen Frau, die als Wärterin arbeitet (Maren Kroymann), und einem 16-jährigen Straftäter (Kostja Ullmann), die eine tabulose sexuelle Beziehung zwischen Angstlust und Schmerz eingehen. Maccarone interessieren Freiheitsdrang und Lebenswille ihrer Heldinnen, die im Niemandsland zwischen den Kulturen häufig in der Provinz (“Ich komme selbst aus der Provinz und hatte, solange ich denken kann, Fluchttendenzen.”) landen. Sie arbeitet meist mit Kamerafrau Judith Kaufmann, die für “Fremde Haut” am Drehbuch schrieb.

Angelina Maccarone wurde 1965 in Pulheim bei Köln als Tochter italienischer Gastarbeiter geboren, musste eine halbe Stunde aus der “Asi”(Asozialen-)Siedlung ins Gymnasium im bürgerlichen Teil der Stadt gehen und wurde wegen ihres Namens (“der ist echt”) gehänselt. Mit 20 ging sie nach Hamburg, studierte Germanistik und Geschichte und verkaufte Songtexte an Udo Lindenberg und die Gruppe ROH. Ihr Skript zu “Kommt Mausi raus?” erhielt 1992 den Preis der Kulturbehörde Hamburg; sie konnte ihn ohne Regiestudium mit Co-Regisseur Alexander Scherer für die ARD verfilmen. “Kommt Mausi raus?” erzählt komödiantisch vom Coming-Out einer jungen Lesbe (Julia Richter), die wie Maccarone in die Großstadt geflohen war, zurückkehrt, um sich den Eltern zu offenbaren und in der Provinz für Aufregung sorgt. “Mausi” wurde 1995 ein Hit in Programmkinos.

Der Erfolg von “Mausi” führte Maccarone zum Fernsehen, wo sie für die ARD eigene Regiearbeiten wie “Ein Engel schlägt zurück” (1998) inszenierte und Drehbücher für die Komödien “Willi und die Windzors” (mit Hape Kerkeling) und “Alles wegen Robert De Niro” schrieb. Ihre Regiearbeit “Alles wird gut” (1998), der die Freundschaft zweier afro-deutschen Frauen in der schwäbischen Provinz schildert, gewann Publikumspreise in New York, Toronto und Los Angeles. Maccarone kehrte nach sieben Jahren Pause wieder zurück. Für ihre beiden neuen Filme stellte sie jahrelang ihr Projekt des Road Movies “Vivere” (mit Hannelore Elsner) zurück, an dem sie Ende 2006 arbeitet.

“Fremde Haut” erhielt 2005 den Hessischen Filmpreis, Hauptdarstellerin Jasmin Tabatabai war für den Deutschen Filmpreis nominiert. “Verfolgt” gewann 2006 in Locarno den Goldenen Leoparden der neu geschaffenen Wettbewerbsektion Cineasten der Gegenwart.

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