Alice Dwyer

Alice Dwyer

Leben & Werk

Deutsche Schauspielerin. Eine der aufregenden Nachwuchsschauspielerinnen des deutschen Films, die auch ohne Schauspielschulausbildung mit intensivem Spiel überzeugt, hat Alice Dwyer schon mit elf Jahren die schwierige Rolle der Tochter einer Trinkerin in “Anna Wunder” gemeistert, mit 13 Jahren eine 15-jährige Lolita in “Baby” gespielt und in Hans-Christian Schmids “Lichter” als clevere Zigarettenschmugglerin Katharina an der deutsch-polnischen Grenze überzeugt. Um nicht auf frühreife, verführerische Kindfrauen festgelegt zu werden, lehnte sie zahlreiche Rollen der Art ab, spielte eigenwillige Teenager, durchtriebene Biester und misstrauische Rebellinnen. Dwyer ist in Filmen mit schwierigen Eltern-Kind-Beziehungen als traumatisierte Jugendliche zu sehen, die mit kämpferischer Energie gegen ihr Umfeld angeht. Für ihr eigenbrötlerisches Punkmädchen Sik im deutsch-argentinischen Exildrama “Die Tränen meiner Mutter” (2008) und die durchtriebene Maike, deren Wochenendtrip mit der Clique im Psychodrama “Höhere Gewalt” (2008) in einer Katastrophe endet, wurde Alice Dwyer 2008 mit dem Max-Ophüls-Preis als Beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet.

Alice Dwyer wurde 1988 in Berlin geboren und bewarb sich gegen den Willen der Mutter mit neun Jahren bei einer Schauspielagentur, erhielt das Placet der Mutter und nahm nach dem dritten Film den Mädchennamen der neuseeländischen Mutter als Künstlernamen an. Dwyer debütierte in der Hauptrolle von “Anna Wunder” (TV) als Tochter von Renée Soutendijk, wo sie sich um die alkoholsüchtige Mutter kümmert. Sie wirkte als Bettlermädchen in “Heidi” (2001) mit und wurde mit ihrem sensationellen Auftritt als Lilli im Road Movie “Baby” (2002), wo sie als Teenagerin den Freund des Vaters verführt, ein Name. In “Das Lächeln der Tiefseefische” (2004) macht sie als Annika Urlaub auf Usedom und wird die erste Liebe von Malte, der weg von der Insel will.

In “Was ich von ihr weiß” (2005) wird sie als 16-jährige Kati von ihrer gerade mal doppelt so alten “Rabenmutter” zur Taschendiebin ausgebildet, in “Torpedo” (2008) gerät sie als 15-Jährige durch ihre Tante in die exzentrische Kulturszene Berlins und zündelt ihre Traumata weg. In zwei Filmen war die mit großen blauen Augen mal kokett, mal trotzig, mal misstrauisch und mal fordernd wirkende, dunkelhaarige Schauspielerin mit blond gefärbten Haaren zu sehen: als Grufti in “Tatort: Ruhe sanft” (2006) und in Andreas Kleinerts “Freischwimmer” (2008) als sadistisch veranlagte Femme fatale Regina in einer Kleinstadt.

Alice Dwyer hat in über 30 Filmen mitgewirkt, darunter TV-Krimis wie “Tatort”, “Bloch“, “Der Dicke”, “Lutter”, “Stolberg” und “Kommissarin Lucas”. Im live gesendeten TV-Film “Feuer in der Nacht” (2004) ist sie Tochter von Martina Gedeck, in “Meine böse Freundin” (2007) spielt sie Psychoterror mit Freundin Anna Maria Mühe. 2009 ist sie in Wolfgang Fischers Thriller “Sommerspiel a.ka. Was du nicht siehst” die verführerisch verwahrloste Katja, die mit ihrem Bruder in ein Gewaltverbrechen treibt.

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