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Alfred Hitchcock

Alfred Hitchcock

Leben & Werk

Seine Silhouette ist weltbekannt. Seit 1926 hatte er in jedem seiner 53 Filme einen Kurzauftritt, Schauspieler soll er verachtet haben, und sein letztes Thriller-Opus drehte er mit einem Herzschrittmacher im Körper. Dabei war der beleibte Herr, der unnachgiebig Regieanweisungen erteilte, von Natur aus scheu. Sir Alfred Hitchcock (1899 – 1980) hatte ein Mutter-Trauma im psychologischen Handgepäck, und er war keineswegs mit jedem seiner Filme erfolgreich. Reich und berühmt wurde er erst in den USA, als er TV-Serien, die auf Gruselstoffen basierten, in seiner unnachahmlichen Art anmoderierte: Mit dem Krötenkinn, der hängenden Unterlippe und dem achtsamen Zeigefinger auf das kommende Böse höhnisch vorbereitend. “Hitch” liebte die makabren und sarkastischen Scherze, wie die mit Norman Bates in “Psycho”, der den legendären Duschmord begeht und Urvater einer Galerie von Serienkillern in einem Genre geworden ist, dem Hitchcock den Namen gab. Der Regisseur plante manche Kamera- und Kranfahrt minutiös und öffnete dem, der sehen wollte, den Blick für die mittragenden Bedeutungsebenen der Technik. Seine Hauptdarstellerinnen – Ingrid Bergman, Janet Leigh, Tippi Hedren, Eva Marie Saint, Kim Novak – waren meist Blondinen. Mit einer, der späteren Fürstin Grimaldi von Monaco, inszenierte er drei Filme hintereinander, darunter zwei der Besten: “Das Fenster zum Hof“, ein Meta-Film über Mord, Voyeurismus und Zwangsverhalten, und “Über den Dächern von Nizza”, ein “Rififi”-Klassiker. Als seine Meisterwerke gelten “Vertigo – Aus dem Reich der Toten” und “Der unsichtbare Dritte” (1958/59); in dem einen liebt James Stewart eine Tote, im anderen wird Werbemann Cary Grant von Agenten gejagt. Die Filme zeigen die Vorlieben Hitchcocks: die Abgründe in der Seele des Bürgers und das Motiv des unschuldig Verfolgten. Nicht umsonst liebten Claude Chabrol und Eric Rohmer, die eine Studie zu seinen Filmen verfassten, den Meister weit eher als US-Kollegen. Hitchcock wusste Spannung zu dosieren und geschickt zu steigern; er spielte mit dem Mitwissen des Zuschauers und legte es stets, wie er in dem Mammut-Interview mit Francois Truffaut (“Mr. Hitchcock, wie haben sie das gemacht?”) 1963 formulierte, darauf an, “die Leinwand mit Emotionen zu füllen.” Er erfand den “McGuffin”, den handlungsauslösenden Vorwand, der selbst nicht handlungstragend ist, und ließ seine Helden oft buchstäblich über dem Abgrund baumeln. Hitchcock führte den Begriff “suspense” als Spannung der anhaltenden Aufregung und nicht des Überraschungscoups ein und wurde mit den Jahren in seiner Weltsicht pessimistischer. Der Brite, seit 1955 amerikanischer Staatsbürger, wurde 1980 geadelt. Nach Hollywood war er 1940 gekommen, wo er eine lange und fruchtbare, kreative Auseinandersetzung mit dem Produzenten David O. Selznick um die Gestaltung seiner Filme führte. Hitchcock wurde in den 50er Jahren unabhängiger Produzent. Er war mit Alma Reville, einer ehemaligen Cutterin, die an vielen seiner Filme mitarbeitete und mit der er eine Tochter, Patricia, hat, verheiratet.

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