Albert R. Broccoli

Albert R. Broccoli

Leben & Werk

Mit seinem Kollegen Harry Saltzman der Produzentenvater von James Bond 007, Geheimagent mit der Lizenz zum Töten im Auftrag Ihrer Britischen Majestät. Albert Romolo “Cubby” Broccoli (1909 -1996) brachte es vom Gemüsefahrer in der Firma seines Vaters zum Filmproduzenten, der mit der längsten und erfolgreichsten Filmserie der Welt ein eigenes Franchise begründete, bevor der Begriff Allgemeingut wurde. Broccoli galt als Familienmensch, als großzügiger Tyrann am Set und als leidenschaftlicher Spieler.

Albert R. Broccoli wurde 1909 in Astoria, Long Island, geboren. Seine Familie stammte aus Kalabrien. Der gebürtige Italo-Amerikaner gab, nachdem er Bond etabliert hatte, der britischen Lebensart den Vorzug. Von ihm ging die Prämisse aus, der jeweilige Bond-Darsteller müsse britischer Herkunft sein oder zumindest aus den Ländern des ehemaligen englischen Weltreichs stammen, blond dürfe er sein, aber kein Amerikaner. Broccoli schätzte Sean Connery und gab immer zu verstehen, wie viel die Serie dem schottischen Urgestein verdanke.

Mit 16 Jahren arbeitete Broccoli als Lastwagenfahrer, der Gemüse von der elterlichen Gemüsefarm transportierte. Er studierte Journalismus und arbeitete zeitweise als Manager eines Begräbnisinstituts (die Faszination fürs Gewerbe führte zu Sargszenen in “Diamantenfieber” und “Leben und sterben lassen”). Ins Filmbusiness gelangte er als Postbote für 20th Century Fox, bevor er als Agent und als Regieassistent (Howard Hawks’ “The Outlaw“, 1943) arbeitete. Im Zweiten Weltkrieg diente Broccoli bei der Küstenwache. Nach dem Krieg ging er nach England und gründete 1950 die Warwick Productions, die 28 Unterhaltungs- und Kriegsfilme produzierte und 1960 in Konkurs ging.

1961 lernte Broccoli den kanadischen Produzenten Harry Saltzman kennen, der wie er die Romane von Ian Fleming liebte und eine Option auf die Filmrechte hatte, aber nicht genügend Finanzen. Saltzman und Broccoli taten sich zusammen, erwarben bis auf “Casino Royale” die Rechte aller Fleming-Romane, gründeten EON Pictures (EON = Everything or Nothing; auch Titel des 007-Videogames von 2004) und produzierten im selben Jahr “Dr. No”. Der Rest ist Filmgeschichte. Die berühmte Vorspannzeile “Harry Saltzman & Albert R. Broccoli present” schmückt neun 007-Filme. Nach “Der Mann mit dem goldenen Colt” trennten sich Broccoli und Saltzman. Broccoli machte aus EON ein Familienunternehmen und holte Tochter Barbara und Stiefsohn Michael G. Wilson ins Boot, die die Saga weiterführten. Seine Frau Dana (1922 – 2004), mit der er vier Kinder hatte, war Chefin von Danjaq, Rechte- und Lizenzfirma für die Bond-Produkte.

Broccoli fuhr seit 1962 einen Rolls Royce mit der Kennnummer “CUB 1″, der in “Im Angesicht des Todes” (1985) zum Einsatz kam. Der leidenschaftliche Spieler vergnügte sich in Drehpausen beim Backgammon mit Roger Moore. Er lebte u.a. in der Villa, die William Powell in Hollywood gehört hatte.

Neben seiner Action-Saga produzierte Broccoli einen Klassiker des Kinderkinos, das Musical “Tschitti Tschitti Bäng Bäng” (1968), die Abenteuer eines Wunderautos, ersonnen von 007-Autor Ian Fleming.

Broccoli wurde 1982 mit dem Irving G. Thalberg Award, der größten denkbaren Ehrung für einen Produzenten, ausgezeichnet. Er erhielt 1987 den “Order of the British Empire”-Orden und 1990 einen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood. Als einer der reichsten Produzenten der Welt stiftete Broccoli den “Albert R. Broccoli Award of Excellence”, dessen erster Preisträger Saul Zaentz (“Amadeus”, “Der englische Patient“) wurde.

Trotz seines Spitznamens “Der Diktator” galt Broccoli als Produzent, der Teamgeist schätzte.

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