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Alan Rickman

Alan Rickman

Leben & Werk

Nach seinem filmischen Einstand als Hans Gruber in „Stirb Langsam“ wurde der Brite Alan Rickman durch die Verkörperung von Bösewichten, Romantikern oder in Parodien einem weltweiten Publikum bekannt. Als Severus Snape feierte er in den „Harry Potter“-Filmen seine größten Erfolge. Als gefeierter Bühnendarsteller lernte er sein Handwerk von der Pike auf.

Alan Rickman: Beginn in die Schauspielerei am Theater und „Stirb Langsam“

Der gebürtige Londoner Alan Rickman wurde am 21.Februar 1946 als Sohn einer Arbeiterfamilie geboren. Obwohl er erst eine Ausbildung zum Grafiker abschloss, versuchte er mit 26 Jahren sein Glück an der traditionsreichen Schauspielschule in London, der Royal Academy of Dramatic Art (RADA) und wurde prompt angenommen. In den Folgejahren befasste er sich hauptsächlich mit den Stücken Shakespeares und so verwundert es auch nicht, dass er nach seiner Ausbildung bei der Royal Shakespeare Company auf den britischen Theaterbühnen in Stücken wie „Wie es euch gefällt“ anzutreffen war. Mit seiner Inszenierung des Vicomte de Valmont im Stück „Gefährliche Liebschaften“ gab er sein Broadway-Debüt und wurde für den Tony Award nominiert.

Der Erfolg auf der Bühne bescherte ihm die Aufmerksamkeit Hollywoods. Joel Silver wollte ihn als Antagonistin Hans Gruber im Action-Streifen „Stirb Langsam“ gegenüber von Bruce Willis. Die bösartige Rolle des Terroristen ist bis heute ikonisch und in den Köpfen geblieben und bescherte Rickman ein fabulöses Filmdebüt. Einen weiteren Bösewicht spielte Rickman in der Hollywood-Produktion „Robin Hood: König der Diebe“ von 1992. Als Sheriff von Nottingham macht er hier Kevin Costner das Leben schwer und begeistert die Zuschauer. Seine Darstellung überzeugte auch die Kritiker und entsprechend gewann er einen BAFTA.

Alan Rickman als Romantiker in „Sinn und Sinnlichkeit“

Während er in Hollywood eher als Bösewicht gecastet wurde, zeigte er sich in den Filmproduktionen in seiner Heimat eher von seiner romantischen Seite. In der Jane Austen Adaption von „Sinn und Sinnlichkeit“ (1995) verdreht er als Colonel Brandon Kate Winslet gehörig den Kopf und wurde dafür mit einer BAFTA Nominierung bedacht. Im Fernsehfilm „Rasputin“ spielt er den ikonischen Mönch Rasputin, der in den Nachkriegswehen des 1. Weltkriegs der russischen Zarenfamilie durch seine hellseherischen Fähigkeiten Ratschläge erteilt und diese damit ins Verderben stürzt. Seine Darstellung bescherte ihm einen Golden Globe und ein Emmy.

Neben seinen Engagements für Film und Fernsehen blieb er weiterhin den Bühnen der Welt treu. Im Jahr 1995 inszenierte er das Stück „The Winter Guest“ in London und stand auch für die folgende Verfilmung mit Emma Thompson hinter der Kamera als Regisseur. Von seiner komödiantischen Seite zeigte sich Rickman im Jahr 1999. In der Science-Fiction-Parodie „Galaxy Quest – Planlos durchs Weltall“ war er als abgehalfteter Fernsehdarsteller Alexander Dane zu sehen, der lediglich für seine Verkörperung eines Mr. Spock-ähnlichen Charakters bekannt war. Kurz darauf wurde er in Kevin Smiths bitterböserer Religions-Parodie „Dogma“ zum Engel Metatron, der der Heldin Ratschläge für ihre göttliche Mission erteilt.

Alan Rickman als Severus Snape in der „Harry Potter“-Reihe

Im Jahr 2001 kam mit „Harry Potter und der Stein der Weisen“ der erste von insgesamt acht Verfilmungen der „Harry Potter“-Bücher von J.K. Rowling in die weltweiten Kinos. In der Rolle als Zaubertrank-Professor Severus Snape wurde Alan Rickman nun international bekannt. Für die Autorin galt er als die Wunschbesetzung, die Rickman erst nach intensiven Gesprächen über die mysteriöse Rolle mit der Autorin annahm. Zum damaligen Zeitpunkt war noch nicht klar, welches tragische Schicksal auf den vermeintlichen Bösewicht am Ende der Zauberreihe in „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ warten würde.

Für die junge Garde der „Harry Potter”-Schauspieler, allen voran Harry Potter-Darsteller Daniel Radcliffe, war Alan Rickman als Mentor am Set und in den Drehpausen tätig. Vor allem durch seine Aura und seine dunkle, ikonische Stimme bleibt er als undurchsichtiger Charakter zwischen den Mächten um Schulleiter Dumbledore (Richard Harris und Michael Gambon) sowie dem Antagonist Lord Voldemort (Ralph Fiennes) in den Köpfen und Herzen der Fans.

Alan Rickman: Weitere Rollen in „Das Parfüm“ oder „Love, Actually“

Neben der nahezu jährlichen Fortführung der „Harry Potter“-Reihe nahm Rickman in den 2000er Jahre eine Vielzahl verschiedener, anderer Rollen ein. Komödiantisch und zugleich tragisch zeigte er sich sowohl im Ensemblefilm „Tatsächlich... Liebe“ als Ehemann von Emma Thompson, der  von seiner jüngeren Kollegin Heike Makatsch in Versuchung geführt wird. In der komödiantischen Adaption des Kultromans von Douglas AdamsPer Anhalter durch die Galaxis“ konnte man Alan Rickman als den manisch-depressiven Roboter Marvin hören, der viele Lacher auf seiner Seite hat. Fürsorglich zeigt er sich im Drama „Snow Cake“, in welchem er sich, von Schuldgefühlen geplagt, um eine autistische Mutter (Sigourney Weaver) kümmert, deren Tochter bei einem Autounfall tödlich verunglückte.

In „Das Parfüm – Die Geschichte eines Mörders“ zeigt er sich gegenüber dem Serienmörder Jean-Baptiste Grenouille (Ben Whishaw) besonders misstrauisch und sorgt sich um das Leben seiner Tochter Laura (Rachel Hurt-Wood). In Tim Burtons schaurigen Horror-Musical „Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street“ spielt er den korrupten Richter Turpin, der durch seine unmenschlichen Taten zum erklärten Ziel des rachdurstigen Titelhelden Sweeney Todd ( Johnny Depp) wird. Erneut für Tim Burton tätig, war er in „Alice im Wunderland“ (2010). Im 3D-Spektakel mit Johnny Depp und Mia Wasikowska war er als blaue Raupe Absolem zu hören.

Alan Rickman: Späte Filme

Nach dem Abschluss der „Harry Potter“-Reihe im Jahr 2011 wurde nicht nur das Mysterium um die Beweggründe seiner Rolle als Severus Snape endgültig geklärt, er wurde auch bei dem MTV Movie Awards als der beliebteste „Harry Potter“-Darsteller ausgezeichnet. In „Gambit“,  ein Remake aus dem Jahr 1966, gibt er sich an der Seite von Colin Firths und Cameron Diaz leichtfüßig böse, während er im historisch inspirierten„The ButlerRonald Reagan während seiner amerikanischen Präsidentschaft porträtiert. Als Hilly Kristal stürzt er sich in die New Yorker Punkszene der 1970 und gründet im Biopic den Szene-Club „CBGB“.

Für „Die Gärtnerin von Versailles“ steht er erneut vor und hinter der Kamera und arbeitet zum wiederholten Male mit Kate Winslet zusammen. Als Sonnenkönig Louis XIV. gibt er an seinen Gartenarchitekten den Auftrag, die Gartenanlage in Versailles maßgeblich aufzubessern und alles vorangestellte in den Schatten zu werfen. Im britischen Thriller „Eye in the Sky“ spielt er an der Seite von Helen Mirren und Aaron Paul und beschäftigt sich mit der Frage, ob eine Drohne in ein Kriegsgebiet abgeworfen werden kann, in dessen Schusslinie ein unschuldiges Kind läuft. In seinem letzten Leinwandauftritt ist Alan Rickman erneut als Raupe Absolem in der Fortsetzung „Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln“ zu hören.

Alan Rickman privat

Bereits mit jungen 19 Jahren lernte er seine langjährige Partnerin, die Politikerin Rima Horton, kennen. Das Paar war bereits seit 1977 zusammen, heiratete jedoch erst 35 Jahre später in einer privaten Zeremonie im Jahr 2012. Sie hatten keine Kinder. Er engagierte sich stets für karitative Einrichtungen und war in seiner alten Schauspielschule, dem RADA, als Vize-Vorsitzender tätig. Von seinen Kollegen stets geschätzt, galt Alan Rickman als freundlicher, zu Witzen aufgelegter Mensch, der die Laufbahnen seiner Kollegen stets mit Ehrfurcht begleitet hat und bei passenden Gelegenheiten Theateraufführungen beiwohnte.

Im August 2015 erlitt er einen kleinen Infarkt bei dessen Diagnose heraus kam, dass er an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist. Die schwere Nachricht hielt er mit Ausnahme der Familie und seiner engsten Vertrauten unter Verschluss. Die Nachricht seines Todes an den Folgen seines Krebsleidens am Donnerstag, den 14.Januar 2016 kam für viele überraschend. Nicht zuletzt dank seiner ikonischen, tiefen Stimme, die Linguisten sogar als die perfekte, männliche Stimme bezeichnet haben, bleibt Alan Rickman unvergessen.

Alan Rickman: Auszeichnungen

Golden Globe

  • 1996 Auszeichnung als Bester Schauspieler in einer Mini-Serie/Fernsehfilm – “Rasputin”

Emmy Award

  • 1996 Auszeichnung als Bester Schauspieler in einer Mini-Serie/Fernsehfilm – “Rasputin”
  • 2004 Nominierung als Bester Schauspieler in einer Mini-Serie/Fernsehfilm – “Ein Werk Gottes”

BAFTA Award

  • 1991 Auszeichnung als Bester Nebendarsteller – “Robin Hood – König der Diebe”
  • 1991 Nominierung als Bester Hauptdarsteller – “Truly Madly Deeply”
  • 1995 Nominierung als Bester Nebendarsteller – “Sinn und Sinnlichkeit”
  • 1996 Nominierung als Bester Nebendarsteller – “Michael Collins”

Tony Award

  • 1987 Nominierung als Bester Hauptdarsteller in einem Theaterstück – “Gefährliche Liebschaften”
  • 2002 Nominierung als Bester Hauptdarsteller in einem Theaterstück - “Private Lives”

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