Verbrechen (2012)

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Handlung und Hintergrund

Verbrechen: Crime-Stories nach Kurzgeschichten von Ferdinand von Schirach.

Die Kurzfilme handeln nicht von Verbrechen, die Geschichte machten, sondern von blutigen Begebenheiten aus dem Alltag: Ein Mann zerhackt nach dreißig Jahren Ehehölle seine Frau in kleine Stücke; drei jugendliche Kleinganoven klauen einem reichen Berliner Japaner eine kostbare uralte Schale und lösen eine Welle der Gewalt aus; ein junger Mann ist von Zahlen besessen und ersticht sechs Schafe, um das Böse auszumerzen.

Anwalt Friedrich Leonhardt kennt sich aus mit den menschlichen Abgründen: Da wird ein sanftmütiger, allseits beliebter Arzt scheinbar unvermittelt zum Axtmörder, da tötet ein Abiturient nächtens reihenweise Schafe und sein Vater deckt die Taten, da gerät ein stadtbekannter Geschäftsmann in den Verdacht, während eines Treffens im Hotel eine Gespielin ermordet zu haben. Nun ist es an Leonhardt, das jeweilige Verbrechen so zu gewichten, dass die Strafe für seinen Mandanten möglichst gering ausfällt – unabhängig davon, ob er ihn für schuldig hält oder nicht.

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Kritikerrezensionen

  • Die Reihe bietet sechs namhaft besetzte und vor allem in ästhetischer Hinsicht herausragende kurze Fernsehfilme nach den Geschichten von Ferdinand von Schirach.

    Die Kurzgeschichten des Strafverteidigers Ferdinand von Schirach sind prägnante Erzählungen. Sie beruhen auf wahren Begebenheiten, die der Jurist knapp und präzise schildert; die mitunter nur wenige Seiten langen Storys sind ein Destillat der Wirklichkeit. Genauso wollte Produzent Oliver Berben sie umgesetzt wissen: “stilisiert, reduziert, konzentriert.” Das Ergebnis ist eine sechsteilige Reihe in sich abgeschlossener Kurzfilme, die in vielerlei Hinsicht aus dem Fernsehalltag herausragt. Geschrieben und inszeniert wurden die jeweils 45 Minuten langen Episoden von Nina Grosse (Buch) und Hannu Salonen (Regie) sowie von Jobst Christian Oetzmann (Buch und Regie). Die Bildgestaltung oblag in allen Filmen Hanno Lentz. Reizvoll ist vor allem der von Berben und Solo Avital (Musik und visuelle Effekte) entworfene einheitliche Stil, der nicht wie in vergleichbaren Produktionen effekthascherisch wirkt oder bloß dem Selbstzweck dient. Der Bruch der Ästhetik, wenn die Protagonisten immer wieder unvermittelt aus anderer Perspektive und in grobkörnigen, roh wirkenden Bildern gezeigt werden, verdeutlicht, wie sehr sie aus der Bahn geworfen worden sind: der Gatte (Edgar Selge), der nach dreißig Jahren Ehehölle seine Frau zerhackt; das jugendliche Trio, das einem reichen Japaner eine kostbare uralte Schale entwendet hat und auf diese Weise eine gewalttätige Kettenreaktion auslöst; oder der gestörte junge Mann (Vladimir Burlakov), der aufgrund einer numerischen Besessenheit ein halbes Dutzend Schafe niedermetzelt. In jedem Film wird die lineare Bildgestaltung mehrfach durchbrochen: Das Bild friert ein und bestimmte Gegenstände – in der Regel das corpus delicti – werden farblich hervorgehoben. Diese Art der Ästhetik ist zwar alles andere als experimentell, unterscheidet sich aber gewaltig vom Fernsehalltag. Gleiches gilt allerdings für die mitunter recht drastischen Gewaltdarstellungen.

    Auch inhaltlich geht die Reihe neue Wege. Ferdinand von Schirachs Erzählungen (erschienen im Piper-Verlag) zeichnen sich unter anderem durch seine Gabe aus, mitunter ganze Biografien in einem Nebensatz zusammenzufassen. Ähnlich lakonisch und dennoch beredt sind auch die Filme, deren Komplexität gerade aus ihrer Reduziertheit resultiert. Viele wie beiläufig eingestreute Details summieren sich schließlich zu Lebensgeschichten, die man nie vom Ende her interpretieren dürfe, wie die durchgehende Figur des Anwalts am Schluss des Film über den Gattinnenmörder belehrt. Josef Bierbichler verkörpert das alter ego des Autors mit einer unangestrengten Präsenz, die den Anwalt mühelos zur Hauptfigur werden lässt, obwohl er oft erst später auftaucht und mitunter nur eine Nebenrolle spielt. Dass die Filme zwar im Wortsinne kleine Fernsehspiele (allerdings aus der Redaktion Fernsehspiel II, Günther van Endert), aber dennoch großes Fernsehen sind, hat die Reihe nicht zuletzt den Episodenhauptdarstellern zu verdanken. Edgar Selge zum Beispiel ist als Eheopfer grandios. Die Folge “Fähner” (benannt nach dem Mörder) steht zu Recht am Beginn der Reihe. Beim Gespräch zwischen Anwalt und Klient kann Salonen getrost auf die üblichen Versuche, eine Vernehmungssituation originell zu gestalten, verzichten; es genügt völlig, in extremer Nahaufnahme die Gesichter dieser beiden großartigen Schauspieler zu zeigen. Weitere Mitwirkende sind unter anderem Jan Fedder, Bettina Zimmermann und Thomas Thieme. tpg.

Darsteller und Crew

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