Dieter Kosslick über das Programm der diesjährigen Berlinale und die Frage, ob das Motto "größer, schneller, weiter" der Qualität des Kinos schadet.... http://images.kino.de/newspics/306/268306_1/b150x150.jpg "Zwischen Anspruch und Unterhaltung"

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Berlinale-Chef im Gespräch

"Zwischen Anspruch und Unterhaltung"

Im achten Jahr unter der Leitung von Dieter Kosslick platzt die Berlinale aus allen Nähten: Es gab einen Rekord an Filmeinreichungen, die Kosten sind noch einmal gestiegen, und der deutsche Film ist prominenter vertreten denn je. Der Festivalleiter zeigt sich zuversichtlich, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.

Großansicht Das Objekt der Begierde: der Goldene Berlinale-Bär (Foto: Kurt Krieger)

Das Objekt der Begierde: der Goldene Berlinale-Bär (Foto: Kurt Krieger)

» Ist "The International" als Eröffnungsfilm gewählt worden, weil er ein guter Film ist, die Leistungen des Standorts verdeutlicht, der Berlinale gut zu Gesicht steht oder treffen alle drei der genannten Kriterien zu?

DIETER KOSSLICK: Der Luxus der Berlinale ist, dass wir aus einem großen Angebot auswählen können. Und "The International" ist ein Film, der passt. Er ist hautnah an der Wirklichkeit dran, er ist eine internationale Produktion mit einem deutschen Regisseur, und er spiegelt die reale Situation der Filmindustrie in Deutschland. Ich will nicht verhehlen, dass Standort ein Kriterium sein kann.

Aber die Realität sieht so aus, dass mittlerweile viele der namhaften deutschen Filmemacher nach Berlin gezogen sind. Tom Tykwer stammt ursprünglich aus Wuppertal. Dabei will ich aber auch darauf hinweisen, dass ein Film wie "Der Vorleser" auch teilweise in Nordrhein-Westfalen gedreht wurde. Übrigens: Der dominierende Film der vergangenen Berlinale war Doris Dörries "Kirschblüten - Hanami" - ein echtes Stück aus Bayern.

Großansicht Berlinale-Chef Dieter Kosslick ist der Herr über 6000 Filme (Foto: Berlinale)

Berlinale-Chef Dieter Kosslick ist der Herr über 6000 Filme (Foto: Berlinale)

» Es gibt eine bisher kaum da gewesene Fülle von Ländern, die auf der Berlinale vertreten sind.

Wir haben viele Filme aus Lateinamerika, Osteuropa ist auch wieder stark vertreten. So haben wir zum ersten Mal einen Film aus Transsilvanien. Man muss den Wettbewerb aus seiner Länderstarre herausholen, ihn aufbrechen und ihm neue Dimensionen auch durch neue Länder geben. Das geht natürlich zulasten der traditionellen Filmländer.

Die Welt dreht sich, und wir wählen die Filme so aus, dass wir die besten und interessantesten bei uns zeigen können. Ich habe es eigentlich immer so gemacht, dass ich junge, neue Stimmen im Wettbewerb neben die alten Hasen programmiert habe.

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