Geld zurück
Mit einem Stummfilm hatte das Publikum in Liverpool bei "The Artist" nun überhaupt nicht gerechnet.
Was für die einen große Kunst ist, ist für die anderen nur ein Film mit kaputter Tonspur. So ging es dem hochgelobten Projekt "The Artist", das schon einige Preise abräumte und als heißer Oscarkandidat gehandelt wird. "The Artist" nämlich ist nicht nur ein Schwarz-Weiß-Film, sondern auch stumm. Das war offensichtlich einigen Kinobesuchern in Liverpool weder klar, noch hatten sie Lust, sich darauf einzulassen. Und so forderten sie kurzerhand ihr Geld zurück mit der Begründung, dass ihnen keiner etwas von einem farblosen Film ohne Ton und in einem kleineren Format gesagt hatte.
Mit was für Vorstellungen manche Menschen ins Kino gehen, mag man sich angesichts solcher absurder Vorfälle nicht ausmalen. Regisseur Michel Hazanavicius hat aber einen generellen Tip für ein Publikum, das sich einfach gern überraschen lässt: "Wenn ich diesen Leuten einen Rat geben kann, so sollten sie immer ihr Geld zurückfordern, wenn sie einen Film zu sehen bekommen, den sie nicht erwartet haben", so Hazanavicius. "Wenn auf dem Poster nicht steht 'Dieser Film ist doof' und sie dann denken, der Film ist aber doch ganz blöd, sollte man sich den Eintritt zurückholen!"
"The Artist", von den Kritikern hochgelobt, ist eine äußerst charmante Komödie, die sich mit wunderbaren Mitteln vor dem frühen Hollywood verbeugt. Erzählt wird die (Liebes)-Geschichte eines großen Stummfilmstars, dessen Karriere mit Aufkommen des Tonfilms zu Ende geht. Eine eigene Meinung zu "The Artist" kann man sich ab dem 26. Januar bilden, denn da startet der Film bei uns im Kino.
Die internationalen Filmfestspiele von Berlin 2012 haben ihre Gewinner. "Bester Film" ist eine grandiose italienische Produktion und zwei deutsche Filmschaffende bekamen die begehrte Auszeichnung in Silber.