Hitler im Kino
Adolf Hitler - dieser Name ist fest mit dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte verbunden. Über 55 Millionen Menschen fanden durch den vom NS-Regime angezettelten Zweiten Weltkrieg den Tod.
Für Filmemacher ist Adolf Hitler eine interessante, aber auch äußerst schwierige Figur. Wie soll man den selbst ernannten "größten Feldherrn aller Zeiten" auf der Leinwand darstellen, ohne ihn und seine Gräueltaten zu verharmlosen?
Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten: Man kann den "Führer und Reichskanzler" historisch korrekt als Person der Zeitgeschichte in einem Drama oder einer Dokumentation zeigen, wie es beispielsweise Bernd Eichinger mit "Der Untergang" getan hat.
Oder man macht sich die subversive Form der Komödie zunutze und demontiert genüsslich den Mythos Hitler - wie derzeit Dani Levy mit "Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler".
Tobias Moretti als Hitler in "Speer und Er", einer TV-Doku über Rüstungsminister Albert Speer (Foto: Stefan Falke/WDR)
In dieser Politsatire macht Blödelstar Helge Schneider, bis zur Unkenntlichkeit geschminkt und mit beeindruckend zurückgenommenem Spiel, die Banalität des Bösen (be-)greifbar. "Ich fand, es sei eine gute Idee, dass gerade ich den Hitler spiele", erklärt die "Singende Herrentorte". "Um zu zeigen, dass jeder Hitler sein kann. Sogar ich."
"Küsst die Faschisten, wo ihr sie trefft" - dieses bekannte Zitat des pazifistischen Schriftstellers Kurt Tucholsky hat Regisseur Dani Levy "Mein Führer" vorangestellt. Levy will Hitler laut Eigenaussage als "Würstchen" und "erbärmliche Kreatur" zeigen - und in Helge Schneider hat er die perfekte Mischung aus Tragik und Komik für diese schwierige Aufgabe gefunden: "Helge ist lässig. Er arbeitet sich nicht ab an dieser Figur, sondern spielt sie wie ein Jazzmusiker. Und er ist naiv."
Unser "blonder Basterd" Diane Kruger eröffnete die 62. Berlinale - und Stars aus der ganzen Welt wollten das sehen.