Mit "Männerherzen" hat Simon Verhoeven auf Anhieb die Spitze der deutschen Kinocharts erobert. Wie das geht, hat er uns im Interview verraten.... http://images.kino.de/newspics/704/280704_1/b150x150.jpg "Warum nicht von den Besten lernen?"

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Simon Verhoeven über "Männerherzen"

"Warum nicht von den Besten lernen?"

Mit "Männerherzen" legt Simon Verhoeven seinen zweiten Spielfilm vor: eine temporeiche Komödie, die Lacher, große Stars und nachdenkliche Momente vereint.

Großansicht Mit "Männerherzen" an der Chartsspitze: Simon Verhoeven

Mit "Männerherzen" an der Chartsspitze: Simon Verhoeven

Acht Jahre sind seit Ihrem Regiedebüt "100 Pro" vergangen. Warum die lange Pause?

SIMON VERHOEVEN: Ich habe als Schauspieler gearbeitet, nebenher aber immer Stoffe entwickelt und Drehbücher geschrieben. "Männerherzen" entstand auch nicht von heute auf morgen. Es war ein Stoff, der erst einmal reifen musste. Er basiert auf persönlichen Erfahrungen und Betrachtungen, die ich so lange bearbeitet und verfeinert habe, bis ich der Ansicht war, dass ich nicht einfach nur eine funktionierende Komödie an der Hand hatte, sondern auch ein Thema, das interessant ist: die Rolle des Mannes in ihrer ganzen Vielfältigkeit.

Ein Thema, das man nicht unbedingt als Komödie behandeln muss.

Ich wollte immer, dass es ein Film ist, mit dem das Publikum lachen kann. Da gehören dann auch laute Gags dazu. Aber ich würde sagen, der Humor entsteht dennoch in erster Linie über die Dialoge. Ich wollte keinen Slapstickspaß machen. Andererseits will ich mich auch nicht dafür entschuldigen, einen lustigen Film gedreht zu haben.

Komödie ist filmgeschichtlich auch eine sehr deutsche Tradition.

Absolut. Ernst Lubitsch und Billy Wilder sind große Vorbilder von mir. Nicht dass ich so vermessen wäre, mich mit ihnen zu vergleichen. Aber warum sollte man nicht versuchen, von den Besten zu lernen? Ich bin mir aber auch bewusst, dass sich das Kino mit dem Publikum verändert hat. In Komödien braucht man heute die lauten Lacher. Solche Momente wollte ich haben, aber ich wollte auch, dass der Slapstick nicht die Basis des Films bildet. Mir ging es mehr um zwischenmenschliche Komik.

Dabei ist nichts schwieriger im Kino, als etwas leicht aussehen zu lassen.

Das kann ich unterschreiben, speziell wenn man unter so hohem Zeitdruck arbeitet wie wir. 82 Drehorte in 36 Tagen muss man erst einmal stemmen. Dass es sich um eine Ensemblegeschichte handelt, machte es nicht einfacher.

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Bei einer Besetzung mit Til Schweiger, Christian Ulmen und Nadja Uhl konnten Sie auch aus dem Vollen schöpfen.

Ich hätte den Film unter allen Umständen machen wollen, nötigenfalls auch mit Videokamera gedreht. Aber meine Produzenten Max Wiedemann und Quirin Berg waren so von dem Stoff überzeugt, dass sie unbedingt eine hochkarätige Besetzung gewinnen wollten. Sie hatten recht: Nur Stunden, nachdem Til Schweiger das Buch geschickt bekam, hatten wir seine Zusage.

Hatten Sie Angst vor den großen Namen?

Wenn die Drehzeit so knapp bemessen ist, filmt man ohnehin um sein Leben. Den Luxus, mir Sorgen darum zu machen, gerade mit den größten Stars Deutschlands zu arbeiten, hatte ich da nicht. Wäre auch nicht nötig gewesen. Wir waren eine glückliche Familie, und es war eine großartige Erfahrung.

Thomas Schultze, 12.10.2009, 12:05

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