SCHLAGKRÄFTIG
So einen Aufsehen erregenden PR-Coup hatte schon lange niemand mehr inszeniert.
Als Uwe Boll Anfang und Mitte des Jahres von scharfzüngigen Filmkritikern besonders hart angegangen worden war, zog der deutsche Regisseur die Konsequenzen: Frei nach dem Motto "nehmt es hin oder haltet die Klappe" forderte er fünf Journalisten zu einem ehrlichen, harten Boxkampf heraus. Voraussetzung: Die Reporter mussten ein paar wirklich, wirklich schlimme Verrisse über Bolls Werke publiziert haben.
An Kandidaten für die spektakuläre Aktion mangelte es nicht: 15 gestandene Männer wollten Uwe vermöbeln. Am 9. September trat Boll bereits in Malaga gegen den Spanier Oso Palencia an, der sich nach knapp neun Minuten im Ring geschlagen geben musste. Gestern folgte nun der Rest der Kämpfe im kanadischen Vancouver und der "Bloodrayne"-Regisseur besiegte souverän alle vier verbliebenen Gegner.
Als erstes knöpfte er sich den vorlauten Amerikaner Richard Kyanka vor, der Boll als "Terrorist" bezeichnet hatte. Uwe schlug ihn bereits in der ersten Runde k.o. Danach folgte Jeff Sneider, der nach mehreren Kopfnüssen freiwillig aufgab.
Und auch ein Kanadier und ein weiterer Amerikaner mussten sich geschlagen geben: Sie flogen nach einem technischen k.o. raus. Angefeuert wurde Uwe von "Bloodrayne"-Darstellerin Kristanna Løken. "Diese Aktion ist so lächerlich, und genau dafür liebe ich ihn", schwärmte das Ex-Model. Boll zeigte sich nach dem Kampf sehr zufrieden und zog gleich wieder über die Kritiker her: "Was erwarten denn die Leute, wenn man einen Zombiefilm dreht? Ein Drama wie 'Schindlers Liste'?"
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