Virenverseuchtes Kino
2003 lehrte Kultregisseur Danny Boyle sein Publikum mit dem Horrorschocker "28 Days Later" das Fürchten. Das Rage-Virus, das die Menschen in blutrünstige Zombies verwandelt, ist nun zurück - und es ist gefährlicher als je zuvor.
Dabei schien der Kampf gegen die alles vernichtende Infektion zunächst gewonnen. Ein halbes Jahr nach den Ereignissen von "28 Days Later" setzt die Geschichte der Fortsetzung an. In "28 Weeks Later" von Regisseur Juan Carlos Fresnadillo beginnen die wenigen Überlebenden der Katastrophe und die US-Armemit dem Wiederaufbau der verwaisten britischen Insel. Doch ein Einzelner trägt den Erreger noch in sich und so gelingt es dem Rage-Virus ein zweites Mal, eine verheerende Epidemie auszulösen.
In "28 Weeks Later" sehen wir Menschen, die durch Viren zu unberechenbaren Zombies werden und Pandemien, die ganze Landstriche dahinraffen: Alles nur leinwandtaugliche Schockeffekte aus Hollywoods Gruselkabinett oder ist solch ein Desaster tatsächlich möglich?
"Das Szenario ist im Großen und Ganzen durchaus realistisch - es gibt Viren, die sich so verhalten wie der Rage-Virus im Film, wenn auch nicht ein einzelnes alle Eigenschaften vereint", erklärt Virologe Dr. Andreas Dotzauer von der Universität Bremen. Außerdem gibt er zu bedenken, dass die winzigen Erreger häufig unterschätzt werden, obwohl jedes Jahr Millionen Menschen an ihnen sterben.
Im Mittelalter war es die Pest, die innerhalb von drei Jahren halb Europa ausradierte. Heute machen Krankheiten wie SARS und die Vogelgrippe Schlagzeilen. "Wenn sich die Vogelgrippe so verändern würde, dass sie von Mensch zu Mensch übertragbar wäre, dann hätten wir eine schnelle und gefährliche Ausbreitung mit hohen Todeszahlen", warnt Dr. Dotzauer.
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