Prüderie
Schon mit den lästerhaften Comicfiguren aus "South Park" loteten Trey Parker und Matt Stone die Grenzen des guten Geschmacks aus. Auch ihr aktuelles Werk erhitzt die Gemüter der Sittenwächter.
Schon vor seinem offiziellen Start sorgt der neue Film der Spaßvögel Trey Parker und Matt Stone für Kontroversen. In "Team America: World Police" wacht eine Gruppe amerikanischer Anti-Terror-Spezialisten über Recht und Ordnung - allerdings auch auf Kosten der Monumente diverser Länder. Das besondere an dem anarchischen Vergnügen: Die Hauptdarsteller sind Marionetten.
Dies hinderte die amerikanische Filmbewertungsstelle MPAA nicht, an einer Szene Anstoß zu nehmen. Ursprünglich war eine Sequenz vorgesehen, die zwei der Puppen bei ausgedehnten Liebesspielen zeigte. Die recht explizite Darstellung umfasste dabei "jede nur vorstellbare Stellung", so einer der Regisseure.
Dieser Version wäre von der MPAA keine Jugendfreigabe erteilt worden. Parker und Stone waren allerdings vertraglich verpflichtet, einen Film abzuliefern, den auch Jugendliche im Kino sehen können. Neun verschiedene Schnittfassungen der Sexszene wurden der Bewertungskommission vorgelegt, bis diese nach zähen Verhandlungen nachgab.
Ein Großteil des unmoralischen Treibens fiel der Schere zum Opfer, damit "Team America" das gewünschte "R"-Rating erhalten konnte. Dieses besagt, dass grundsätzlich jeder den Film sehen kann, Minderjährige unter 17 Jahren müssen jedoch in Begleitung eines Erwachsenen sein. Immerhin ist eine ungeschnittene Veröffentlichung auf DVD geplant.
Unterdessen kritsieren vor allem konservative Gruppierungen das Puppenspektakel. Sie fürchten, es handle sich um reine Anti-Bush-Propaganda. Doch laut den Machern bekommen beide politische Lager ihr Fett weg.
Insbesondere Stone wiegelt ab: "Falls irgend jemand sich in seinem Wahlverhalten von diesem Film, oder auch einem von Michael Moore, beeinflussen lässt, ist er schlicht dumm und sollte besser nicht wählen gehen."
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