Happig
Wer Zuschauer von sechs bis 66 vor die Leinwand lockt, kann damit am meisten Geld verdienen.
Diese goldene Regel gilt in Hollywood, seit 1968 das System der Altersbeschränkung für Kinofilme eingeführt wurde: Vor allem bei Blockbustern wie den "Fluch der Karibik"-Filmen wird versucht, den Gewalt- und Sexpegel möglichst klein zu halten, damit mehr Leute den Film ansehen können und wollen.
Genau das hat Regisseur Quentin Tarantino in seinem neuen Tandem-Projekt mit Robert Rodriguez offenbar versäumt: Ihre beiden "Grindhouse"-Filme "Death Proof" und "Planet Terror" sind nicht nur eine konsequente Hommage an das Schmuddelkino der 70er, sondern auch extrem brutal und sexuell explizit. Und dafür bekommen die beiden jetzt mächtig Ärger mit Amerikas Kino-Moralwächtern.
Die befanden nämlich, dass die Filme unbedingt die Einstufung NC-17 verdienen, im Klartext: Keiner unter 17 Jahren darf sie sehen, Ausweiskontrolle inklusive. Ein Todesstoß für jeden Film, dessen Macher auf den großen Boxoffice-Erfolg hoffen.
Stein des Anstoßes sind dabei weniger die (auch brutalen) Hauptfilme als vielmehr die Pausenunterhaltung zwischen den beiden Werken. Denn in den extra gedrehten Pseudo-Trailern für fiktive Trash-Filme geht es ordentlich zur Sache: Mal wird eine Familie an Thanksgiving von einem Messermörder dahingerafft, mal ist ein extrem dicker Mann zu sehen, der gerade genüsslich ein Baby auffrisst.
Auch mit dabei: durchwegs barbusige Frauen im Nazi-KZ, denen wie Vieh Hakenkreuze auf den nackten Körper gebrannt werden. Insider sind sich sicher, dass hier großzügigst die Schere angesetzt werden muss, wenn der Film im Kino von mehr als nur ein paar Volljährigen gesehen werden soll.
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