Die Drehbuchautoren haben sich mit den Filmstudios geeinigt. Damit kann auch die Oscar-Nacht stattfinden. Unfassbar: Es ging um 1.200 Dollar!... http://images.kino.de/newspics/130/249130_1/b150x150.jpg Streik in Hollywood beendet

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Streik in Hollywood beendet

Wo Filmstars für ihre Auftritte Millionengagen einstreichen, sollte dieser Betrag doch aus der Portokasse zu bezahlen sein...

Großansicht Oscar-Moderator und Gewerkschaftsmitglied Jon Stewart darf also doch die Galanacht moderieren - sehr zur Freude von Michael Moore! (Foto: Norman Jean Roy / Kurt Krieger)

Oscar-Moderator und Gewerkschaftsmitglied Jon Stewart darf also doch die Galanacht moderieren - sehr zur Freude von Michael Moore! (Foto: Norman Jean Roy / Kurt Krieger)

1.200 Dollar bekommt ein Drehbuchautor zukünftig, wenn sein Werk per Streaming online gezeigt wird. Damit ist ein drei Monate andauernder Streik, der die gesamte Traumfabrik lahm legte, nun Geschichte. So kann auch die große Oscar-Gala, die kurz vor einer Absage stand, am 24. Februar stattfinden. Zudem werden die beliebten Latenight Shows von Jay Leno und David Letterman bald wieder tagesaktuell senden und kultige TV-Serien wie "Grey's Anatomy" können ebenfalls fortgesetzt werden.

Auslöser des Streiks war, dass die Drehbuchautoren keinen Anspruch auf Entgelt hatten, wenn ihre Werke in den neuen Medien gezeigt wurden. Nach einer zähen Verhandlungsnacht legten die Studios am Morgen des 9. Februar ein Angebot auf den Tisch, das Autoren den Pauschalbetrag von 1.200 Dollar und später eine Umsatzbeteiligung zusichert. Die 10.000 Gewerkschaftsmitglieder stimmten noch am selben Tag für die Annahme der Offerte. Am Montag, den 11.2. und dem darauffolgenden Dienstag stehen in New York und Los Angeles noch Autorentreffen an, in denen die Details der Arbeitswiederaufnahme festgelegt werden.

Sieg der Weicheier

Hollywood-Querdenker Michael Moore meinte dazu spitzbübisch: "Unglaublich, dass sich in den USA erstmals eine Gewerkschaft so massiv gegen eine der größten Industrien durchsetzt. Ich hätte nie gedacht, dass das ausgerechnet die Jungs schaffen würden, die in der Highschool von allen verarscht wurden, weil sie statt cool zu sein immer nur in ihren Notizbüchern rumkritzelten."

Das Verständnis für die einstigen Außenseiter war in der amerikanischen Bevölkerung übrigens groß - obwohl sich die Ausstrahlung von Wiederholungen und Bestof-Zusammenschnitten schon zu einem nationalen Trauma ausgewachsen hatte. So wandte sich Gewerkschafts-Boss Patric Verrone nun an die US-Fernsehzuschauer mit den Worten: "Vielen Dank, dass sie drei Monate lang Wiederholungen und Reality-TV ertragen haben."

Bei uns in Deutschland ist das ja Dauerzustand - und zwar ohne Streik...

sun, Los Angeles, 11.02.2008, 11:44

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