Filmbiografie
Kein Wunder, dass Hollywood gerne als Industrie für Leichenfledderei und Abzocke beschimpft wird.
Musik-Legende James Brown verstarb wie berichtet am Montag nach langer Krankheit. Während seine Millionen Fans noch trauern, platzt Hollywood nun mit herzlich pietätlosen Neuigkeit heraus: Keine Beileisbekundung, keine Ehrung für das Musik-Genie, lediglich die nackte News, dass Spike Lee das Leben des "Godfather of Soul" verfilmen wird.
Produzent Brian Grazer tat dies nun kund und hätte damit wohl keinen schlechteren Zeitpunkt wählen können. Denn eigentlich ist das Projekt bereits seit einigen Jahren in Planung, Brown selbst war eine der treibenden Kräfte dahinter und es lagen auch bereits mehrere Drehbuchversionen vor.
Sogar mit Spike Lee befand sich Grazer auf Drängen von James Brown höchstpersönlich bereits einige Zeit in Verhandlungen, wenige Tage vor Browns Tod schließlich konnte der Produzent den "Malcolm X"-Regisseur zur Unterschrift bewegen.
Insofern ist das Engagement Lees sogar so etwas wie der Letzte Wille von James Brown. Dies aber nun so Knall auf Fall öffentlich zu machen, zeugt nicht gerade von einem feinfühligen Auftreten. Dabei waren Grazer und Brown bisher außerordentlich gut miteinander ausgekommen.
James Brown hatte dem Produzenten und seinen Autoren Zugang zu seinen persönlichen Unterlagen und Archiven gewährt und stand den Filmemachern auch zu den kritischen Passagen seiner bewegten Biografie bereitwillig Rede und Antwort.
Gerade dadurch, dass mit Spike Lee auch noch Browns Wunschregisseur verpflichtet werden konnte, sollte eine filmische Würdigung ganz im Sinne des Künstlers gewährleistet werden. Nun, der Start war denkbar schlecht, bleibt zu hoffen, dass zumindest der Film dann umso besser wird.
Lee jedenfalls kündigte bereits an, alle anderen Filme, wie sein Wunschprojekt über die L.A. Riots zurückzustellen, um sich voll und ganz der James Brown-Biografie zu widmen. Die erste Klappe soll noch im Jahr 2007 fallen.
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