Politkino
Der Fall Rodney King und die damit einhergehenden Unruhen sind immer noch eine offene Wunde im Selbstverständnis der USA - und in genau diese legt nun Spike Lee seinen Finger.
Denn Spike Lee kündigte an, die Rassenunruhen filmisch aufzuarbeiten, die 1992 in Los Angeles 55 Menschen das Leben kosteten und die Westküstenmetropole tagelang in bürgerkriegsähnlichen Zuständen versinken ließ. Auslöser der Ausschreitungen war ein Freispruch für vier weiße Polizisten, die vor laufender Kamera den Afroamerikaner Rodney King brutal misshandelt hatten.
Nach diesem Skandalurteil machten weite Teile der afroamerikanischen Gemeinschaft und anderer Minderheiten ihrem Unmut über die offensichtlich rassistische Entscheidung des Gerichts in spontanen Demonstrationen Luft, die schließlich in dem gewalttätigen Inferno endeten.
Erneut greift Spike Lee ein hochbrisantes politisches Thema auf und unterstreicht damit seinen Ruf als "Speerspitze des kritischen Afroamerikanischen Kinos", den er sich mit Werken wie "Malcolm X" und "It's Showtime" erwarb.
Im Interview betonte Lee die Wichtigkeit des Films für ihn selbst. "Das Projekt bedeutet sehr, sehr viel für mich. Ich will keine Stars dafür, sondern eine möglichst authentische Darstellung dessen, was wirklich passiert ist", so der Regisseur. "Und natürlich soll der Film auch die Frage nach den Umständen klären und ob so etwas heute wieder passieren könnte."
Die Dreharbeiten zu dem noch unbetitelten Werk sollen im Frühjahr nächsten Jahres beginnen.
Jeden Monat die schönsten Seiten des Kinos: Deutschlands größte Kinozeitschrift Treffpunkt Kino liegt kostenlos in den Foyers der größten Kinoketten und vielen weiteren Kinos aus. Diesen Monat gibt's Treffpunkt Kino auch online.