Böse Hexe
Der Widerstand gegen J.K. Rowlings Romanreihe über den Zauberlehrling Harry Potter ist in kaum einem Land heftiger als in den USA. Wie ein Insider jetzt verriet, stoppte die Bush-Regierung sogar eine Ehrung der Autorin - wegen Anstiftung zur Hexenkunst.
Fauler Zauber: J.K. Rowlings Harry Potter sorgt in den USA für Entrüstung (Foto: J.P. Masclet)
Matt Latimer, ehemals Redenschreiber der Bush-Regierung, verrät in seinem Buch "Speechless: Tales of A White House Survivor" pikante Details aus seiner Zeit im Weißen Haus. Die untersagte Ehrung von Potter-Autorin J.K. Rowling ist nur eine von vielen haarsträubenden Geschichten - allerdings eine besonders unfassbare.
Latimers Enthüllungen zufolge scheiterte eine Ehrung Rowlings mit der "Presidential Medal of Freedom", der höchsten zivilen Auszeichnung der USA, an den Bedenken hochrangiger Offizieller aus dem rechten Regierungslager. Diese hätten Angst gehabt, die Abenteuer von Jungzauberer Harry Potter würden jugendliche US-Amerikaner zur Hexenkunst verführen und dazu ermutigen, sich von Gott abzuwenden.
Eine schier unglaubliche Argumentation, mit der besagte Regierungsentscheider in den USA aber sicher nicht alleine sind. Der TV-Moderator Bill O'Reilly beispielsweise veurteilte J.K. Rowlings"Machenschaften" bereits 2007. Sein Vorwurf: Die Potter-Romane (insbesondere die offensichtlich homosexuelle Romanfigur Albus Dumbledore) seien Teil einer liberalen "Gehirnwäsche" von Kindern.
Mit der "Presidential Medal of Freedom", einer Art amerikanischem Bundesverdienstkreuz, würdigen die USA seit 1945 herausragende Dienste um die USA, den Weltfrieden oder die Kunst. Ein weiterer Prominenter, dem die Ehrung unter George W. Bush verweigert wurde, ist der kürzlich verstorbene Senator Edward "Ted" Kennedy. Neu-Präsident Barack Obama wetzte diese Scharte allerdings wieder aus und überreichte Kennedy die Medaille kurz vor seinem Tod.
Unser "blonder Basterd" Diane Kruger eröffnete die 62. Berlinale - und Stars aus der ganzen Welt wollten das sehen.