Narnia-Macher im Gespräch
Richard Taylor hat mit seinem Team bereits für die beeindruckenden Special Effects in der "Herr der Ringe"-Trilogie gesorgt. Für "Prinz Kaspian von Narnia" hat er nun wieder zahlreiche Modelle gebastelt, Waffen geschmiedet und Kostüme kreiert.
Die Waffen des bösen Königs Miraz wurden besonders aufwändig gestaltet (Foto: Walt Disney)
» Können Sie uns einen Einblick in Ihre Arbeit geben?
RICHARD TAYLOR: Wir machen Kostüme, Waffen, Rüstungen und Miniaturen. Es wird eine Riesenmenge an Miniaturen geben. Wir haben den Ausdruck "bigatures" bei der "Herr der Ringe"-Trilogie geprägt und dieser Film wird alle übertreffen. Die Miniatur, die wir zum Beispiel für die Burg des Königs Miraz herstellen, ist im Maßstab 1:24, das Dorf und die Umgebung im Maßstab 1:100. Das sind Riesen-Modelle.
» Aus Ihrer Erfahrung mit "Der Herr der Ringe" und dem ersten "Narnia"-Abenetuer, ist dieser Film eine noch größere Herausforderung?
Obwohl es nicht ungeheuer viele sind, sind die Miniaturen in diesem Film die größten und anspruchsvollsten, die wir bisher gebaut haben. Mehr als je zuvor haben wir uns mit den Waffen Mühe gegeben. Miraz' Waffen haben wir sogar mit 3D-Modellbautechnologie hergestellt, haben dann einen Wachsabdruck davon gemacht und Gussprozesse angewendet, um die Verzierung der Waffen herauszubringen. Es war eine wirklich tolle Herausforderung für uns, die Erwartungen von Regisseur Andrew Adamson zu erfüllen.
In "Prinz Kaspian von Narnia" kämpft Ben Barnes als rechtmäßiger Thronfolger um die Herrschaft in der Fantasy-Welt (Foto: Walt Disney)
» Warum ist es so wichtig, ein solches Ausmaß an Detail in der Anfertingung der Kostüme und Waffen zu erreichen?
Besucher kommen in unseren Workshop und fragen, warum wir so fanatisch sind. Aber die reale Welt ist voll von Geschichte, Details und Kultur. Wenn etwas nicht diese Fülle an Details besitzt, wenn das visuelle Bild oberflächlich ist, dann geht man davon aus, dass man einen Film sieht. Aber wenn etwas eine Fülle an Einzelheiten und Details hat, dann denkt man sich, dass es einen geschichtlichen Hintergrund gibt, der die ganze Welt umfasst und einen Rahmen vorgibt, der über den Film hinaus existiert.
» Können Sie uns etwas über die Designmotive für Miraz' Waffen erzählen?
Genauso wie bei "Der König von Narnia" ist es wirklich interessant, dass C.S. Lewis' Welt weit über die Geschichten hinausgeht, die wir aus seinen Büchern kennen. Er hat ein breites Spektrum der Mythologie herangezogen, hauptsächlich griechische Mythologie. Das hat er fortgesetzt, als er "Prinz Kaspian von Narnia" geschrieben hat. Deshalb versuchen wir die visuellen Motive, die Rüstungen und Waffen an bestimmten mythologischen Bildern aufzuhängen. Wir haben viel mit dem Kletterefeu herumgespielt.
Narnia ist in diesem Film ein Land ohne König. Ein Verwalter hat das Land an sich gerissen und sich selbst in diese Position gehoben. Also haben wir versucht, eine visuelle Parallele zu schaffen zu seinen "Fangarmen", die alle Ebenen der Macht, der Regierung und der Politik in der gesamten Telmarischen Gesellschaft kontrollieren und durchdringen. Wir haben seine Rüstung umschlungen, als ob es Efeu wäre, das an Pflanzen hochklettert und sie erstickt. So haben wir versucht dieses Gefühl zu vermitteln. Dieser Verwalter ist auch voller unglaublicher Arroganz und Prunk. Obwohl seine Truppen majestätisch und prächtig aussehen in ihrer Rüstung, erscheint er mit seiner Rüstung übermäßig geschmückt - so soll er Erhabenheit vermitteln.
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