Gegen den Strich gebürstet
Sie riskieren für unsere Welt den Heldentod und gelten als Sympathieträger Nummer eins:
Hollywoods größte Stars sind vor allem deshalb so berühmt, weil sie auf der Leinwand fast durchgehend nette, mutige oder vorbildliche Menschen darstellen. Doch für einen Künstler kann das auf Dauer ganz schön langweilig werden. In solchen Momenten ist Abwechslung bei der Rollenwahl gefragt - und davon haben auch wir als Zuschauer etwas, weil wir "unsere" Stars mal von einer ganz anderen Seite kennenlernen dürfen.
Zum Beispiel Pierce Brosnan: Dreimal rettete er als James Bond die Welt, und auch sonst ist der Ire auf Strahlemannrollen abonniert. In "Spiel mit der Angst" gibt er aber den bösen Erpresser und wirkt dabei fast noch sexier als in sympathischen Rollen.
Doch er ist nicht der Einzige, der sich gegen den Strich besetzten ließ und so seine Fangemeinde neu erobert hat. Auch Susan Sarandon ("Verwünscht"), Matt Damon ("Der talentierte Mr. Ripley"), Robin Williams ("One Hour Photo") und Demi Moore ("3 Engel für Charlie - Volle Power") haben sich schon aus ihren Rollenklischees herausgewagt und Parts angenommen, bei denen sie ganz und gar nicht nett rüberkamen.
Die Beweggründe für solche Entscheidungen sind unterschiedlich: Mal lockt ein dicker Gehaltsscheck, mal ein Lieblingsregisseur. Meistens aber haben es unsere Lieblinge einfach satt, immer wieder den Gutmenschen zu geben. Umso besser für uns, denn Tom Cruise als eiskalter Auftragsmörder in "Collateral" und Harrison Ford als Killergatte in "Schatten der Wahrheit" sind geradezu eine Offenbarung.
Unser "blonder Basterd" Diane Kruger eröffnete die 62. Berlinale - und Stars aus der ganzen Welt wollten das sehen.