Schadenfreude
In Comedyhits wie "Sind wir endlich fertig?" und "Kein Bund fürs Leben" lassen gemeine Drehbuchautoren sympathische Stars ins Verderben stolpern. Warum wir das komisch finden? Weil Schadenfreude eben die schönste Freude ist! Ein Blick in die Filmgeschichte...
"Das muß doch weh tun!" Wenn Drehbuchautoren auf die lautesten Lacher spekulieren, lassen sie ihre Helden leiden. Möglichst kreativ und immer hundsgemein. Schließlich machen uns die Komödien am meisten Spaß, in denen die großen Stars so richtig ihr Fett abbekommen.
Das Schadenfreude-Rezept funktionierte schon in den Tagen, als die Bilder laufen lernten - man denke nur an Harold Lloyd an der Turmuhr, die Schmerzen, die Stan "Doof" Laurel seinem Partner Oliver "Dick" Hardy einbrockte oder an die genialen Werke von Charlie Chaplin: Sein "Großer Diktator" Adenoid Hynkel stolpert schon mal nach einer großen Ansprache die Treppe hinunter oder stürzt von seinem baumhohen Friseurstuhl.
Leiden für gute Lacher: Ben Stiller mit Cameron Diaz in "Verrückt nach Mary" (Foto: Fox)
Klare Sache: Je größer die Fallhöhe, desto schöner der Gag. Damit der auch funktioniert, brauchen die Akteure neben der guten Idee vor allem eines: perfektes Timing. Ein Meister seines Fachs war Peter Sellers. Seine Auftritte als "Inspektor Clouseau" und in "Der Partyschreck" dienen Drehbuchautoren bis heute als Inspiration, Schadenfreude bis an die Schmerzgrenze zu treiben.
Weit darüber hinaus gehen mit Lust und Wonne die Farrelly-Brüder. In ihren Filmen kann sich der Held nie sicher sein, ob sich nicht etwa sein Gemächt - im Angesicht potentieller Schwiegereltern - im Reißverschluss verklemmt. Es folgt eine Kette von Ereignissen, die einen ganzen Film zum Welterfolg tragen. Zu sehen in "Verrückt nach Mary".
Ein anderes Prachtbeispiel aus unseren Tagen: Anne Hathaways vergebliche Versuche, mit Stil "Plötzlich Prinzessin" zu sein. Greift sie zu Pfeil und Bogen oder versucht sich mit Dinner-Etikette, kommt das Schlosspersonal nur knapp mit dem Leben davon.
Aber auch dort, wo Abenteuer düster und ernsthaft bestritten werden, kommen gerne Tollpatsche zum Einsatz. Wenn die Geschichte einen schnellen Dreh braucht, lässt sich ein begnadeter Trottel nicht zweimal bitten. Hier liefern die Hobbits Pippin und Merry in "Der Herr der Ringe - Die Gefährten in bester "Laurel & Hardy"-Tradition herrliche Pannen ab, um ruhige Momente des Filmes in treibende Spannung zu drehen.
Aktuelle Empfehlungen für Fans gepflegter Schadenfreude: "Sind wir endlich fertig?" mit Ice Cube und "Kein Bund für's Leben" mit Comedy-Brocken Axel Stein.
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