Sie sollte beim Eröffnungsfilm "Unterwegs nach Cold Mountain" für Glamour sorgen. Doch Nicole Kidman wird nicht nach Berlin kommen.... http://images.kino.de/newspics/276/148276_1/b150x150.jpg Nicole Kidman sagt Berlinale ab

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Nicole Kidman sagt Berlinale ab

Eine Australierin kommt nicht nach Deutschland - und 5700 Amerikaner sind schuld.

Großansicht Nicole "Ätsch, ich komme doch nicht" Kidman (Foto: Kurt Krieger)

Nicole "Ätsch, ich komme doch nicht" Kidman (Foto: Kurt Krieger)

Letztes Jahr hatte es so wunderbar geklappt: Der große Zauber der amerikanischen Traumfabrik verzückte das wichtigste deutsche Filmfestival, Hochkaräter wie Catherine Zeta-Jones und Richard Gere verstreuten Sternenstaub aus Hollywood im winterlichen Berlin. Im Gepäck hatten die beiden den furiosen Eröffnungsfilm "Chicago". Auch Nicole Kidman war da, um ihren Wettbewerbsbeitrag "The Hours" werbewirksam unters Filmvolk zu bringen.

Dieses Jahr hatte Festivalleiter Dieter Kosslick einen ähnlichen Coup geplant: Das mit Spannung erwartete Bürgerkriegsdrama "Unterwegs nach Cold Mountain" wurde als Eröffnungsfilm nach Berlin eingeladen - in der Hoffnung, mit den Hauptdarstellern Nicole Kidman und Jude Law Weltstars nach Berlin zu holen.

Ich muss wieder weg!

Doch statt Autogrammstunden am Roten Teppich vor dem Berlinale-Palast und persönlichen Interviews mit den US-Darstellern heißt es nun mit den altbekannten deutschen Filmgrößen vorlieb nehmen. Denn Nicole Kidman hat ihr Kommen kurzerhand abgesagt und Jude Law wird nur kurz zur Vorstellung eingeflogen, tritt aber nach dem Motto auf: keine Interviews, keine Pressetermine, keine Autogrammstunden!

Die Kidman ließ sich noch nicht mal herab, Gründe für ihren Sinneswandel anzugeben. So pfeifen die Berliner Spatzen nun das von den Dächern, was sich Beobachter der internationalen Filmszene aus den Ereignissen der vergangenen Tage zusammenreimen:

"Chicago" räumte letztes Jahr im Sog des Berlinale-Spektakels sechs Oscars ab, Berlinale-Gast Zeta-Jones unter anderem den für die beste Nebendarstellerin. Die Damen Kidman, Moore und Streep freuten sich über den dreigeteilten Goldenen Bären als beste Darstellerinnen, prompt gewann die Kidman auch in L.A. den Hauptpreis.

Doch die Oscar-Nominierungen am 27. Januar brachten für "Cold Mountain" ein eher mäßiges Ergebnis: Keine Nominierung für die Kidman als beste Hauptdarstellerin, keine als bester Film, keine für die Regie von Anthony Minghella. Zwar darf sich Jude Law ebenso Hoffnungen machen wie Nebendarstellerin Renée Zellweger, doch von den 13 Nominierungen, die "Chicago" letztes Jahr zu verzeichnen hatte, ist "Cold Mountain" mit seinen sechs doch ein ganzes Stück entfernt.

Wer sich also letztes Jahr über die ungewohnte Hollywood-Präsenz an der Spree wunderte, hat spätestens mit diesem Jahr den Beweis, dass Berlin inzwischen einfach eine ganz handfeste Bedeutung im Promo-Kalender der US-Filmemacher hat: Die Berlinale fungiert als Oscar-Boost, das zeigt auch die deutlich umfangreicher gewordene Berlin-Berichterstattung jenseits des Großen Teichs.

Schade also für das Festival in Berlin, dass die rund 5700 wahlberechtigten Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences ausgerechnet Dieter Kosslicks auserkorenen Eröffnungsfilm so stiefmütterlich behandelt haben.

Boris Sunjic, Berlin, 02.02.2004, 15:21

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