Sven Unterwaldt im Gespräch
Regisseur Sven Unterwaldt macht nach "7 Zwerge" und "Siegfried" ernst(er): In "U 900" erzählt er die Geschichte einer U-Boot-Entführung im Zweiten Weltkrieg - allerdings mit Comedy-Chaot Atze Schröder in der Hauptrolle.
Sven Unterwaldt macht in "U-900" aus Nazis Witzfiguren, über die man nur lachen kann (Foto: Warner)
» Wie realistisch kann eine Komödie über die Nazizeit sein?
SVEN UNTERWALDT: Wir haben uns von vornherein auf die Comedy-Situation konzentriert: Atzes und Oliver Wnuks Aussehen sprechen vollends dagegen, sie als gestandener Kapitän oder sogar General ernst zu nehmen.
Bei Lubitschs "Sein oder Nichtsein" würde auch niemand dem polnischen Darsteller den Hitler abnehmen. Trotzdem ist ein realistischer Unterbau vorhanden: Alle Kommandos und Funktionen sind akribisch recherchiert, selbst die Tauchmanöver des U-Boots wurden von einem Experten abgenickt. Umso lustiger sind dann die fiktiven Handlungsstränge.
» Riskieren Sie mit den deutlichen Anleihen an den Klassiker "Das Boot" nicht Ablehnung und Kritik?
Da musste ich vorsichtig sein, weil man mit so etwas auch leicht auf die Nase fallen kann. Ich hoffe, dass jeder merkt, dass es sich bei meinem Film nicht um eine Parodie, sondern um eine Hommage an Wolfgang Petersens Film handelt. Deshalb bringe ich auch so viele Zitate: Es gibt Dialogzeilen, die ich eins zu eins aus "Das Boot" übernommen habe. Auch spielen zum Beispiel Dustin und Maxwell, die Söhne von Martin Semmelrogge und Ralf Richter, die Rollen ihrer Väter.
» Sie haben die weibliche Hauptrolle mit der Sängerin und ehemaligen Soap-Darstellerin Yvonne Catterfeld besetzt. Ist das nicht auch ein Risiko?
Das Engagement von Yvonne Catterfeld war nicht geplant. Ich wollte ausschließlich gestandene Kinoschauspieler besetzen und nur Atze als einzigen Gegenpol im Ensemble sehen. Doch Yvonne war einfach die Beste, obwohl sie es durch ihre Soap-Vergangenheit doppelt schwer hatte. Da musste ich mich selbst belehren, dass ich nicht mit einem solchen Brett vor dem Kopf in ein Casting gehen, sondern ganz unvoreingenommen urteilen sollte.
Wie man mittlerweile sieht, habe ich sogar ein gutes Auge dafür gehabt, dass die Chemie zwischen Yvonne und Oliver stimmt. Ohne diesen Film wären die beiden vielleicht nie zusammengekommen. Das ist doch ein schöner Gedanke.
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