Leberwurst
Bei der letzten Pressekonferenz musste er sich schwer beleidigen lassen.
So witzig und sympathisch Bill Murray in Filmen wie "Ghostbusters", "Und täglich grüßt das Murmeltier" oder kürzlich "Lost in Translation" wirkt, so schlecht ist sein Ruf im wirklichen Leben. Unter Kollegen gilt der Komödienstar als extrem zickig.
Zum Eklat kam es zuletzt bei der New Yorker Pressekonferenz zu Murrays neuem Werk "Die Tiefseetaucher", in dem er als schräger Unterwasser-Guru glänzt. Murray beantwortete mit seinen Co-Stars Anjelica Huston, Willem Dafoe und Regisseur Wes Anderson geduldig die Fragen der Journalisten, als plötzlich ein Mann aufstand und sagte:
"Ich bin Kameramann, habe unter anderem '3 Engel für Charlie' gefilmt und schon mit allen anwesenden Schauspielern gearbeitet. Anjelica und Willem, Ihr seid wunderbar. Aber Bill, Du bist ein Bastard! Mit Dir zu arbeiten ist die Hölle! Wie war es für Euch andere, mit jemand zu drehen, der so schwierig und furchtbar ist wie Bill Murray?"
Nach einem Moment peinlichen Schweigens murmelte schließlich Anjelica Huston: "Bill ist kein Bastard." Murray selbst schwieg zunächst zu den Vorwürfen.
Nun hat er sich allerdings doch noch zu Wort gemeldet: "Mir ist es egal, ob ich als schwierig gelte! Wenn mir das widerliche Menschen vom Leib hält, soll es mir Recht sein. Außerdem hat es immer einen Grund, wenn ich ausraste."
Meist rege er sich auf, wenn jemand schlecht behandelt werde, erklärte Murray weiter und erzählte eine Anekdote vom Set der neuen romantischen Komödie von Jim Jarmusch, für die Murray unter anderem auch eine Nacktszene mit Sharon Stone drehte:
"Eine andere Szene haben wir in einem alten Haus mit einigen Kinderdarstellern gedreht und es war ziemlich kalt. Also habe ich im Kamin ein Feuer gemacht. Plötzlich kam eine Frau zu mir her, und meinte, ich solle das sein lassen. Ich fragte sie: 'Wer sind Sie überhaupt?' und sie sagte 'Die Aufnahmeleiterin!'. Darauf sagte ich: 'Wenn Sie ihren Job vernünftig gemacht hätten, wäre es hier drin nicht so schweinekalt und wir müssten auch kein Feuer im Kamin machen!'"
Bei der Abschlussparty konnte sich Bill zwar nicht zu einer Entschuldigung durchringen, aber er lobte die Dame zumindest, dass sie ansonsten gut gearbeitet habe.
In der deutschen Hauptstadt wird man solche Geschichten mit Bangen vernehmen. Schließlich soll Murray auch auf der Berlinale "Die Tiefseetaucher" präsentieren.
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