Bullock & Reynolds zu "Selbst ist die Braut"
In den USA feierte die Komödie "Selbst ist die Braut" um eine erzwungene Scheinehe Riesenerfolge. Im Interview wechselt Hauptdarstellerin Sandra Bullock fröhlich zwischen sexy gebrochenem deutsch und dem fließenden Englisch eines professionellen Filmstars - während ihr Kollege Ryan Reynolds nur sehr zögerlich über seine Real-Ehefrau Scarlett Johansson spricht...
Glänzen in "Selbst ist die Braut" mit blitzschnellem Dialogwitz: Sandra Bullock und Ryan Reynolds (Foto: Walt Disney)
» Sandra, wir kennen Sie eher als nette und charmante Person. Wie schwierig war es, Margaret so taff und gemein zu spielen?
SANDRA BULLOCK: Ich bin doch Schauspielerin, ich hab schon immer nur so getan, als ob ich nett wäre. Nein, ich scherze natürlich. Aber es ist schon so, dass wir alle eine zickige Diva in uns tragen, es ist nur die Frage, ob man das auch auslebt. Ich habe da Glück, dass ich Schauspielerin bin: Wenn ich mich nämlich in den vergangenen Monaten daheim so richtig daneben benommen habe, habe ich einfach behauptet, ich würde noch in meiner Figur aus "Selbst ist die Braut" stecken.
» Ryan, Ihr beide kennt Euch ja schon seit neun Jahren. Wo habt Ihr Euch das erste Mal getroffen?
RYAN REYNOLDS: Wir sind mal mit einem gemeinsamen Freund abendessen gegangen. Das Restaurant wurde im Verlauf der Nacht immer mehr zu einem Dance-Club. Und plötzlich sah ich Sandra ziemlich wild mit 'nem Typen tanzen, der mir irgendwie bekannt vorkam. Als ich genauer hinsah, erkannte ich, dass es George Michael war. Damals war ich noch ganz neu in Hollywood und es war definitiv einer der interessantesten Augenblicke, die ich bis heute dort erlebt habe: Die Frau, mit der ich eben abendgegessen habe, macht Dirty Dancing mit George Michael! Großartig! Aber ich glaube, sie waren damals nur Freunde, da lief sicher nichts...
BULLOCK: Kein Kommentar!
Sandra verzichtet ungerne auf Eiscafé - aber was tut Frau nicht alles für eine gute Nacktszene? (Foto: Walt Disney)
» Im Film gibt es eine sehr lange und extrem lustige Nacktszene. Wir war das beim Drehen?
REYNOLDS: Es kam mir endlos vor! Am Anfang war es sehr seltsam, weil ich Sandra eben schon so lange privat kenne und plötzlich nackt neben ihr stand. Aber für einen guten Lacher muss man sowas aushalten. Die Szene soll ja nicht erotisch wirken, sondern sie zeigt einen wahnsinnig komischen Moment zwischen den beiden. Und das hat mir dann auch am Set Spaß gemacht.
» Sandra, was haben Sie unternommen, um für die Szene körperlich derartig in Topform zu kommen?
BULLOCK: Ganz einfach: jede Menge Schönheits-Operationen! Nein, im Ernst: Ich hab' überhaupt nichts dafür getan. Dummerweise hatte mir ja keiner gesagt, dass ich mit dem sexiesten Mann der Welt drehen würde...
REYNOLDS: (rollt die Augen)
BULLOCK: Sonst hätte ich mir vorher wahrscheinlich schon ein paar Gedanken gemacht. Damals war Ryan einfach nur ein guter Freund. Später sagten mir alle, er sei doch so sexy - und Du bist wirklich verdammt sexy Ryan...
REYNOLDS: (hebt protestierend die Hand)
BULLOCK: ...und plötzlich war das eine andere Sache: Ich bin dann doch ins Fitness-Studio gegangen, habe auf Pasta, Eis und Bratwürste verzichtet. Sprich, ich hab vor dem Dreh monatelang alles sein lassen, was Spaß macht. Natürlich stopft man, wenn man so etwas durchgehalten hat, nach dem Film erst Recht Junk-Food in sich rein. Aber davor war klar, dass Ryan einfach verdammt gut aussehen würde. Denn Ryan, Du bist nun mal der Sexiest Man Alive...
REYNOLDS: Hey, Du weißt schon, dass den Titel offiziell Hugh Jackman hat!
BULLOCK: Aber Du hast doch auch Fotos für die Zeitschrift gemacht, die den Titel vergibt!
REYNOLDS: Ja schon, aber...
BULLOCK: Hattest Du ein Hemd an oder warst Du nackt?
REYNOLDS: Nein, Mensch, ich hatte ein Hemd an!
Ryan Reynolds ist ein gefragter Mann in Hollywood - obwohl sein Karriere-Entschluss alles andere als wohlüberlegt war... (Foto: Walt Disney)
» Ryan, Ihre Filmfigur Andrew ist sehr ehrgeizig, er geht für seine Karriere sogar eine Scheinehe ein. Um in Hollywood so weit zu kommen wie Sie, muss man auch sehr ehrgeizig sein. Was war das Schlimmste, dass Sie je gemacht haben, um eine Rolle zu bekommen?
REYNOLDS: Worauf wollen Sie da jetzt hinaus, Freundchen? Nein, im Ernst: Für mich persönlich war die Entscheidung überhaupt nach L.A. zu ziehen, das Extremste. Das machte mir tierisch Angst. Ich ging in Vancouver aufs College und vor mir lag ein völlig normaler Lebensweg. Doch eines Tages beschloss ich kurzerhand, dass es das nicht ist für mich, setzte mich ins Auto und fuhr nach Los Angeles. Das war hart, der Rest war danach vergleichsweise einfach. Denn auf dieser Fahrt hatte ich 29 lange Stunden Zeit, darüber nachzudenken, wie völlig idiotisch das war, was ich da gerade machte.
» Was hat Sie denn angetrieben, in diesen 29 Stunden tatsächlich immer weiterzufahren?
REYNOLDS: Damals Zigaretten. Heute rauche ich nicht mehr und habe kein Laster, das mir hilft, sowas durchzustehen. Damals war es einfach die Neugier was passieren würde. Ob ich vielleicht irgendwie in irgendwas irgendeine Rolle bekomme. Ich hatte da keinerlei Anspruch und hab's einfach probiert.
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