Marcus H. Rosenmüller, der Regisseur von "Wer früher stirbt ist länger tot", über Bayerisch, den Wunsch sich zu lösen und seine eigene beste Zeit.... http://images.kino.de/newspics/992/235992_1/b150x150.jpg Man muss sein "Hirnkastl" einschalten

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M. H. Rosenmüller

Man muss sein "Hirnkastl" einschalten

Auf dem Münchner Filmfest stellt Marcus H. Rosenmüller seinen neusten Film "Beste Zeit" vor, eine muntere Geschichte um zwei Freundinnen in der bayerischen Provinz. Gleich zu Beginn des Interviews auf der sonnigen Terrasse der Filmlounge bietet er das Du an und stürzt sich anschließend voller Elan auf die Fragen.

Großansicht Jo und Kati sinnieren nächtelang über Fernweh und Freiheit (Foto: Constantin)

Jo und Kati sinnieren nächtelang über Fernweh und Freiheit (Foto: Constantin)

» Wie hast Du Dich auf die Dreharbeiten zu "Beste Zeit" vorbereitet?

MARCUS H. ROSENMÜLLER: Schon beim Lesen des Drehbuchs wusste ich, wie der Film aussehen soll. Während ich mich bei "Schwere Jungs" über die 60er Jahre informieren musste, war das hier kein Problem. 1995, das Jahr in dem "Beste Zeit" spielt, war ich ungefähr in dem Alter der beiden Hauptfiguren Kati und Jo. Die Orte, die Karin Michalke in dem Drehbuch beschreibt, gibt es in Wirklichkeit. Wir haben einen beträchtlichen Teil dieser Orte für den Dreh verwendet. Einige der Einheimischen waren als Statisten dabei und Eddie Salvenmoser, der eine Brandrede zum Fußball hält, ist selbst Trainer.

Das Wichtigste für die Vorbereitung war eigentlich, die passenden Schauspieler zu finden. Die große Entdeckung war Anna Maria Sturm, die hier zum ersten Mal vor der Kamera steht. Sie hat was von Pippi Langstrumpf und Ronja Räubertochter, kann ein richtiger Vulkan sein, aber auch mal ganz ruhig.

Großansicht Kati auf der verzweifelten Suche nach ihrer Lieblingsjeans, oder was noch davon übrig ist (Foto: Constantin)

Kati auf der verzweifelten Suche nach ihrer Lieblingsjeans, oder was noch davon übrig ist (Foto: Constantin)

» Inwiefern hat das Bayerische am Set eine Rolle gespielt?

Ich will, dass die Filme ehrlich 'rüberkommen und alles stimmig ist. Die Geschichte spielt im Dachauer Land und da geht es einfach nicht, dass im Dorf jeder Hochdeutsch spricht. Ich wollte das Bayerisch auf keinen Fall eindeutschen. Jeder kapiert, worum es in dem Film geht, auch wenn er nicht jedes Wort versteht. "Hodern" zum Beispiel ist ein Putzlappen und wenn es "an olten Hodern" heißt und die Kati auf der Suche nach ihrer Lieblingsjeans ist, erschließt sich, was gemeint ist.

» Bist Du denn auf bayerische Filme abonniert?

Das nicht. Es geht mir nicht um die Bewahrung von Traditionen, ich will nicht der Bayernfilmer sein. Wenn ich ein gutes Drehbuch in die Hände bekomme und ich mir die Inszenierung zutraue, dann mache ich das, ob Dialekt oder nicht. Ich habe auch kein Problem damit, mal einen Film auf Hochdeutsch zu drehen - nur beim Hochdeutsch sprechen habe ich gewisse Probleme, das muss ich zugeben.

Wichtig ist, ob der Dialekt der Geschichte dient, ob sie dadurch realistischer 'rüberkommt und mehr Gefühl hat. Mit dem Bayerischen wollte ich "Beste Zeit" eine gewisse Ehrlichkeit geben. Schön ist, wenn man sich in Zeiten der Globalisierung, in der alles gleicher und größer wird, mit dem Regionalen identifizieren kann. Das gefällt mir besonders an Filmen wie "Lang lebe Ned Devine!", in dem ein Lottogewinn ein irisches Dorf auf den Kopf stellt.

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