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O. ROEHLER IM GESPRÄCHINTERVIEW
"Letztendlich bin ich ein Romantiker"
Seine 180-Grad-Wendungen sind berüchtigt: Der Regisseur Oskar Roehler möchte sich mit seinen Filmen auf keine Richtung festlegen lassen. Zuletzt machte er mit dem Drama "Agnes und seine Brüder" auf sich aufmerksam, nun bringt er Michel Houellebecqs Bestseller "Elementarteilchen" auf die Leinwand.
In Christiane hat Bruno endlich eine verwandte Seele gefunden
ZoomIn Christiane hat Bruno endlich eine verwandte Seele gefunden (Foto: Constantin)

» Sie haben bei der Adaption von Houellebecqs Roman "Elementarteilchen" Mut zur Lücke bewiesen. Dem Film tut dies gut, manche Leute aber irritiert es.

OSKAR ROEHLER: Das ist ein Kritikpunkt, den ich nicht akzeptieren kann und den ich sehr dogmatisch finde. Ein Roman ist ein Roman und ein Film ist ein Film. Wie langweilig wäre es gewesen, das Buch eins zu eins umzusetzen. In einem Film muss man direkter sein, kann nicht so weit ausholen.

Man muss sich auch überlegen, ob man Houellebecqs These des Romans wirklich teilen möchte. Für ihn bahnt sich eine Zivilisationskatastrophe an und sein Lösungsansatz lautet: Die Menschheit muss geklont werden, um sich ohne Sexualität fortpflanzen zu können. Das ist eine Theorie, die ich nicht teile. Mich interessierten die Figuren der beiden Männer in "Elementarteilchen". Aber ich wollte sie nicht als zum Scheitern verurteilte biologische Roboter darstellen.

Wagte sich an den Skandalroman von Michel Houellebecq: Oskar Roehler
ZoomWagte sich an den Skandalroman von Michel Houellebecq: Oskar Roehler (Foto: Kurt Krieger)

» "Elementarteilchen" wirkt wie Ihr bis dato reifster Film, möglicherweise auch Ihr kommerziellster. Liegt das am Produzenten Bernd Eichinger?

Nein. Man könnte mir vorwerfen, dass der Film nicht radikal genug ist. Ich wollte jedoch weder explizite Sexszenen zeigen, noch die Leute desillusionieren. Diese Entscheidung hat aber nichts mit Bernd Eichinger zu tun. Er ist eine große Persönlichkeit, das heißt allerdings nicht, dass man sich ihm unterordnen müsste.

Es war für mich ein Wagnis, einmal einen einigermaßen kommerziellen Weg zu beschreiten. Aber ich bin eben kein Dogmatiker: Ich will nicht vorschreiben, dass meine Filme hart sein müssen.

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