Weltberühmt hat ihn die Traumfabrik nicht gemacht, sein Leben hat sie trotzdem in Beschlag genommen. Robert Reylea über Hollywoods Macho-Era, die Mac... http://images.kino.de/newspics/512/259512_1/b150x150.jpg "Lass die Finger davon!"

Story

Ein Hollywood-Veteran packt aus

"Lass die Finger davon!"

Über 50 Jahre hat Robert Reylea in Hollywood verbracht. Als "billigster Trottel" bekam er 1955 einen Fuß in die Traumfabrik, gründete später eine eigene Firma mit Steve McQueen und wurde 1997 Produktionspräsident von MGM und United Artists. Reylea war am Set von Meilensteinen der Filmgeschichte wie "Gesprengte Ketten" dabei und hat Ikonen wie John Wayne, Grace Kelly oder Frank Sinatra von einer ganz anderen Seite kennengelernt. In einem ausführlichen Interview nimmt der Hollywood-Veteran kein Blatt vor den Mund und erzählt ungewöhnlich offen von einem aufregenden und aufreibenden Leben hinter den Kulissen.

Ein Leben in der Traumfabrik hat Höhen und viele Tiefen (Foto: Kurt Krieger)

Ein Leben in der Traumfabrik hat Höhen und viele Tiefen (Foto: Kurt Krieger)

» Wie sind Sie zum Film gekommen?

ROBERT REYLEA: Wie viele junge Menschen, wusste ich nach meinem Schulabschluss nicht, was ich werden will. Die Entscheidung wurde mir fürs erste abgenommen, weil ich für den Koreakrieg eingezogen wurde. Bei meiner Rückkehr hatte ich keinerlei spezifische berufliche Qualifikationen. Ein Onkel von mir rief mich an und meinte: "Das einzige, das Du bedienen kannst, ist ein Maschinengewehr. Aber hier entwickelt sich gerade was, das interessant für Dich sein könnte. Die Filmindustrie stellt gerade jede Menge Leute ein!"

Ich hatte pures Glück. 1955 brach durch die Verbreitung des Fernsehens ein Boom in Hollywood aus. Als ein Studio wegen der Vorschriften der Gewerkschaft extra einen zweiten Assistenten für eine kurze Nebenszene einstellen musste, sollte der Billigste mit der geringsten Erfahrung den Job bekommen. Und was war ich.

Großansicht Gute Miene zum Schauspiel: Reylea bekam mit, dass Sinatra am Set von "Wenn das Blut kocht" Filmparterin Lollobrigida nicht ausstehen konnte (Foto: MGM)

Gute Miene zum Schauspiel: Reylea bekam mit, dass Sinatra am Set von "Wenn das Blut kocht" Filmparterin Lollobrigida nicht ausstehen konnte (Foto: MGM)

» Was würden Sie jemandem raten, der heutzutage zum Film will?

Ich würde ihm oder ihr sagen: Lass die Finger davon! Wenn ich an Universitäten Vorträge halte, betone ich immer, wie hart der Job ist - geistig und körperlich. Dazu kommt, dass es wahnsinnig schwer ist, in diesem Geschäft Fuß zu fassen.

Ich habe fünf Kinder und habe jedes dazu gedrängt, zuerst eine Probezeit beim Film zu machen. Bei drei von ihnen habe ich es geschafft, sie von Hollywood fernzuhalten.

» Inwiefern hat Ihr Beruf Ihr Leben beeinflusst?

Ich bin härter im Nehmen geworden und zynischer. Die letzten 53 Jahre war ich andauernd unterwegs und überall waren die Snacks schrecklich. Spaß beiseite, viel Zeit für meine Familie hatte ich leider nicht. Ich habe zu viele Fußballspiele meiner Söhne verpasst.

Manchmal denke ich, dass ich in der Army hätte bleiben sollen. Die Wahrheit ist: Ich hasse und liebe das Filmgeschäft zugleich.

Top-Clip

Trailer: Für immer Liebe

Videoplayer wird geladen ...

kino.de kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Katherine Heigl im Trailer zur Actionkomödie "Einmal ist keinmal".

Zum Magazin

Das interaktive Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

"Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" - Neue Bilder

Kostenloser Newsletter

Newsletter
  • Neustarts und Filmcharts
  • Neueste Trailer und Previews
  • Stars, Gerüchte & Geheimnisse
Jetzt kostenlos bestellen

Service

kino.de mobil

kino.de mobil

Das aktuelle Programm Ihres Lieblingskinos haben Sie überall dabei - kostenlos auf Ihrem Handy.
Der Bär steppt wieder

Die schönsten Bilder von der Berlinale

Unser "blonder Basterd" Diane Kruger eröffnete die 62. Berlinale - und Stars aus der ganzen Welt wollten das sehen.