Scharfes Mundwerk
Im Scheinwerferlicht präsentieren sich die Stars in bester Spendierlaune. Da werden Charity-Veranstaltungen doch gerne genutzt, um die eigene Ritterlichkeit zur Schau zu stellen und gleichzeitig einen unterhaltsamen Abend bei Champagner und Kaviar zu verleben. Wer will an solch einem gesellschaftlichen Höhepunkt schon gerne kritisiert werden?
Niemand! Deshalb wurde die Dankesrede von Lars von Trier, der im Rahmen der Berlinale-Gala "Cinema for Peace" neben John Boorman den Friedenspreis erhielt, Partygast-tauglich gekürzt. Der aus "Dogville" und "Dancer in the Dark" bekannte Regisseur war für die außergewöhnliche Humanität und Moral seiner Filme geehrt worden, nahm an der Veranstaltung jedoch nicht teil und hatte stattdessen eine Videobotschaft geschickt.
Als das Komitee es vorzog, nur den belanglosen Teil seiner Rede zu zeigen, stürmte Vibeke Windelov, die Produzentin seiner Filme, erzürnt die Bühne und las das komplette Statement vor, das sie "zufällig" gespeichert hatte. Darin klagt von Trier, die armen Völker plage nicht die Frage des Friedens sondern des Dursts, während die auf der Sonnenseite lebenden Menschen ihre Zeit damit verbrächten, großmütig über Frieden zu philosophieren.
Die Gäste, unter denen sich neben der Politprominenz auch Liza Minnelli, Christopher Lee, Bob Geldof, Katja Riemann und Iris Berben tummelten, spendeten dem "dänischen Michael Moore" tosenden Beifall. Doch nicht nur der Unterhaltungsfaktor der Gala erwies sich als besonders hoch, denn mit einem Erlös von über 250.000 Euro, der an die Unicef und American Foundation for Aids ging, zeigten sich die Reichen und Berühmten zumindest gönnerhaft.
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