Megasuche
Kinosuche
Share/Save/Bookmark
R. FLEISCHER ÜBER "ZOMBIELAND"NEWS
"Lachend in die Kreissäge!"
Mit "Zombieland" hat Erstlingsregisseur Ruben Fleischer gleich einen Volltreffer gelandet: Die Zombiekomödie spielte in den USA am Startwochenende überraschend 25 Mio. Dollar ein.
Menschen leben gefährlich in einer von Zombies beherrschten Welt... (Foto: Sony)
ZoomMenschen leben gefährlich in einer von Zombies beherrschten Welt... (Foto: Sony)
Was war Ihr Ziel, als Sie mit der Arbeit an "Zombieland" begannen?

RUBEN FLEISCHER: Als man mir das Drehbuch vorlegte, war ich völlig geplättet, wie witzig und ungewöhnlich es war. Von solch einer Welt hatte davor noch kein Film erzählt. Es wagte ein augenzwinkernden, humorvollen Blick auf die Postapokalypse. Wir steigen ein zwei Monate nach dem Beginn der Zombieseuche; das Land ist dahingerafft, es gibt nur wenige Überlebende, die sich Horden von Zombies erwehren müssen. Dabei geht es nicht unbedingt um den Überlebenskampf. Wir stellen uns vielmehr die Frage: Wenn alle anderen tot sind, was stellt man mit seiner Zeit an? Lachend in die Kreissäge, darum gings mir.

Welchen Ton wollten Sie anschlagen?

Das war ein schwieriger Balanceakt. Die Horrorszenen sollten angsteinflößend sein, die Gags mussten komisch sein und all das teilweise in ein und derselben Szene. Ich kenne nicht allzu viele Filme, die diese Balance zufriedenstellend hinkriegen. Ein Film, den ich als Referenz heranzog, weil er die Mischung aus Schocks und Spaß beherrscht, ist "American Werewolf". Und natürlich muss ich "Shaun of the Dead" nennen, der letztlich ein ähnliches Thema hatte und funktioniert.

Selbst die ernstesten Zombiefilme sind immer auch Satire, weshalb es so schwer ist, sich erfolgreich über das Genre lustig zu machen.

An Satire war uns nicht gelegen, wir wollten auch keinen politischen Kommentar abgeben, im Sinne von: Amerika ist Zombieland. Wir wollten eigentlich nur ein Szenario schaffen, in dem es den Schauspielern möglich ist, ihre komödiantischen Stärken auszuspielen. Die Kombination aus Woody Harrelson und Jesse Eisenberg ist in jedem dankbaren Szenario komisch. Aber als letzte Überlebende nach dem Ende der Welt sind sie noch viel komischer, weil sie voneinander abhängig sind, wenn sie nicht allein sein wollen.

Die Postapokalypse kostet in der Herstellung für gewöhnlich viel Geld.

Wir waren nicht "I Am Legend", unsere finanziellen Möglichkeiten waren sehr beschränkt. Trotzdem war es uns wichtig, eine verwandelte Welt zu zeigen. Da muss man dann findig sein, und vielleicht kann man sich den ganz großen Effekt oder großen Kameraschwenk dann nicht leisten. Unsere Postapokalypse musste organisch entstehen. Mir war wichtig, dass in jeder Einstellung ein Hinweis sein musste, dass diese Welt aus den Fugen geraten ist, und wenn es nur ein Detail im Hintergrund war. Das konnten Autowracks sein oder zerfetzte Fahnen im Wind oder Werbetafeln, auf denen vor der Seuche gewarnt wird. Am wichtigsten und effektivsten war: Unsere Welt ist leer.

Was konnten Sie sich nicht leisten, das Sie gern im Film gehabt hätten?

Ich möchte nicht so tun, als wren wir mittellos gewesen. Ich habe mit Low Budget Video und Kurzfilmen angefangen und weiß, was es bedeutet, ohne Geld zu drehen. Gemessen daran war unser Budget üppig. Es ist ein Studiofilm. Wir hatten ausreichend Statisten, konnten uns Stunts und Explosionen leisten. Wir waren kreativ und haben das Drehbuch noch am Set umgeschrieben und den jeweiligen Locations angepasst, damit man nicht groß etwas Neues bauen musste.

Ein Beispiel?

Der Showdown des Films spielt in einem Vergnügungspark, der in Los Angeles sein soll, den wir aber in Georgia fanden. Der Stuntkoordinator und ich gingen von Attraktion zu Attraktion, dann überlegten wir uns, wie wir die Action im Film an die vorhandenen Requisiten anpassen könnten.

Das limitierte die Möglichkeiten, mit der Comedy zu improvisieren?

Nein, wir drehten ein oder zwei Takes, wie sie im Drehbuch standen, dann ließen wir Woody und Jesse von der Leine. Sie waren brillant. Die Szene im Supermarkt, in der Woody das Thema aus Beim Sterben ist jeder der Erste auf dem Banjo anstimmte, und dann auch noch sein Zitat aus dem Film, als er den Zombie tötet, war beispielsweise improvisiert. Das gibt einem Sicherheit. Ich hatte nie den Eindruck, dass wir einen Film machen würden, der nicht mit teureren Produktionen mithalten könnte.
Das Gespräch führte Thomas Schultze 21.10.2009
User-Kommentare
Zu diesem Interview gibt es 0 Beiträge im Forum


AKTUELLE BEITRÄGE
MARK WAHLBERG ÜBER "IN MEINEM HIMMEL"
"Das wäre eine Katastrophe"
In "In meinem Himmel" verliert er seine Tochter. Mark Wahlberg über Vatergefühle, Peter Jackson und warum er nicht mehr "Boogie Nights" drehen würde. mehr
JASON REITMAN ÜBER "UP IN THE AIR"
"So gut war George Clooney noch nie"
Der Regisseur von "Juno" über seinen neuen Vielflieger-Spaß, sein eigenes Dasein als Bonusmeilen-Junkie und die Wesenszüge von George Clooney. mehr
DIE COENS ÜBER "A SERIOUS MAN"
"Wir sind Sklaven amerikanischer Grenzen"
Die Regie-Brüder Joel & Ethan Coen über Kindheitsbezüge in ihrer neuen Komödie "A Serious Man", schwierige Stars und ihr US-Lebensgefühl. mehr
Alle Beiträge
  RSS-Feeds RSS-Feed   Newsletter   Zum Forum   Als Link versenden   Drucken
Knight and Day: Der erste Trailer zum Actionspaß mit Cameron Diaz! » mehr
Knight and Day: Der erste Trailer zum Actionspaß mit Cameron Diaz! » mehr
FOTOSHOW
CHARTS