Wegen dieses Buchs wollte Charles Bukowski Schriftsteller werden. Nun wird "Ask The Dust" verfilmt und der Cast ist erste Sahne.... http://images.kino.de/newspics/867/152867_1/b150x150.jpg Kultroman mit Topstars im Kino

Story

Bukowskis Mentor

Kultroman mit Topstars im Kino

Bereits 1939 erschien das Buch zum ersten Mal, sein Autor war danach lange Jahre im Meer des Vergessens versunken. Doch dann wurde "Ask the Dust" aus der Feder von John Fante 1980 wiederaufgelegt...

Großansicht Ein Fremder im Land der begrenzten Möglichkeiten: Colin Farrell (Foto: Fox)

Ein Fremder im Land der begrenzten Möglichkeiten: Colin Farrell (Foto: Fox)

Und im Vorwort zur neuen Ausgabe erklärte der legendäre Literatur-Rebell Charles Bukowski, dass er nur wegen dieses Buchs Schriftsteller geworden sei. Bukowskis Bekenntnis sorgte prompt dafür, dass die Literaturwelt John Fante wiederentdeckte und fortan als Helden verehrte.

Nun hat auch Hollywood Lunte gerochen und bannt Fantes Hauptwerk "Ask the Dust" auf Zelluloid. Kein Geringerer als Superstar Tom Cruise brachte den Stein mit seiner langjährigen Produktionspartnerin Paula Wagner ins Rollen. Klar, dass bei einem derart illustren Projekt schnell die passenden Darsteller gefunden waren: Mit Colin Farrell, Salma Hayek und nun auch Val Kilmer in den Hauptrollen ist das Einwanderer-Drama hochkarätig besetzt.

Großansicht Erlebt die zweite Verfilmung nicht mehr: John Fante (Foto: Black Sparrow Press)

Erlebt die zweite Verfilmung nicht mehr: John Fante (Foto: Black Sparrow Press)

Armut kontra Kitsch

Der Beginn des Kultbuchs liest sich erstmal wie die klassische Immigranten-Story: Der ewige Traum, vom Tellerwäscher zum Millionär aufzusteigen, lockte einst die Vorfahren des Schriftstellers Arturo Bandini vom Mittelmeer an die Küste Kaliforniens. Doch im Amerika der Großen Depression regnet es in den 30er-Jahren weder Milch und Honig, noch interessieren sich die Verlage sonderlich für einen Jungautoren, der erst eine einzige Kurzgeschichte veröffentlich hat und dazu auch noch Ausländer ist.

"Ask the Dust" bietet also keine Aufsteiger-Klischees wie etwa der jetzige Produzent Tom Cruise einst als Darsteller mit "In einem fernen Land": Arturo Bandini (Farrell) landet stattdessen nach ersten Enttäuschungen bald in einem schäbigen Hotel in einer üblen Gegend von Los Angeles. Dort lernt er die schöne mexikanische Kellnerin Camilla (Hayek) kennen, die sich eine Heirat mit einem reichen Amerikaner (Kilmer) erträumt.

Großansicht Salma Hayek einmal mehr als mexikanische Blume (Foto: Buena Vista)

Salma Hayek einmal mehr als mexikanische Blume (Foto: Buena Vista)

Mut zur Wahrheit

Zwischen dem abgestürzten Schriftsteller und der attraktiven Bardame entspinnt sich eine Hassliebe, die Arturo langsam aber sicher in den Wahnsinn treibt. So werden Bandinis Abstieg und die fatale Beziehung zwischen den beiden Hauptakteuren zum Sinnbild einer Gesellschaft, die unter dem Druck der Armut immer mehr verroht.

Damit wagen sich Cruise und Wagner übrigens deutlich weiter vor als 1989 der belgische Regisseur Dominique Deruddere. Er entfernte sich bei "Warte bis zum Frühling, Bandini" mit Faye Dunaway, Ornella Muti und Michael Bacall doch erheblich von der Romanvorlage und präsentierte eine geschönte Version der Milieustudie.

Großansicht Produzierte mit Tom Cruise "Mission: Impossible 1-3", "Vanilla Sky" und "Last Samurai": Paula Wagner (Foto: Cruise/Wagner Productions)

Produzierte mit Tom Cruise "Mission: Impossible 1-3", "Vanilla Sky" und "Last Samurai": Paula Wagner (Foto: Cruise/Wagner Productions)

Keine Kohle für L.A.

Autor John Fante wird die neuen Kinoehren, zu denen sein Hauptwerk jetzt kommt, allerdings nicht mehr erleben. Der Diabetiker konnte sich nach seiner "Wiederentdeckung" nur drei Jahre im unerwarteten Ruhm sonnen, bevor er am 8. Mai 1983 verstarb.

Für Hauptdarsteller Colin Farrell ist "Ask The Dust" das allererste Projekt nach dem langen Dreh zum epischen Sandalenspektakel "Alexander": Bereits Ende Juni stehen die ersten Aufnahmen für die Romanverfilmung auf dem Programm.

Allerdings wird nicht etwa an den Originalschauplätzen im Sonnenstaat Kalifornien gefilmt, sondern stattdessen auf dem Gelände einer High School in Südafrika. Der zum Filmthema passende Grund: In L.A. wäre es deutlich teurer.

Boris Sunjic, Los Angeles, 20.04.2004, 12:35

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