Historisch
Bereits in "Der Untergang" und "Der Pianist" war Kretschmann als Nazi zu sehen. Für "Eichmann" streift er nun ein weiteres Mal die braune Uniform über.
In der ungarisch-britischen Koproduktion spielt Thomas Kretschmann den SS-Obersturmbannoffizier Adolf Eichmann. Der britische "Wilde Kreaturen"-Regisseur Robert W. Young wird das Drama inszenieren, neben Kretschmann haben sich Franka Potente und Stephen Fry verpflichtet. Die Dreharbeiten beginnen am 20. November in Budapest.
Eichmann koordinierte währdend des Nazi-Regimes die Enteignung und Deportation der jüdischen Bevölkerung. Der hochrangige SS-Offizier soll sogar selbst die Vernichtungslager inspiziert haben, um die Massenhinrichtungen vom Schreibtisch aus rationalisieren zu können. Eichmann ist damit direkt für die Vernichtung von über sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkrieges mitverantwortlich.
Nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands setzte sich Eichmann mit seiner Familie nach Argentinien ab. Im Jahr 1960 wurde er dort vom israelischen Geheimdienst gefasst und in Jerusalem vor Gericht gestellt.
Die Anklageschrift umfasste 15 Punkte, darunter "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" und "Kriegsverbrechen". Besonders die Zeugenaussagen der Überlebenden trugen dazu bei, dass die Gräueltaten der Nazis noch einmal ins Licht der Öffentlichkeit rückten. Eichmann wurde zum Tod durch den Strang verurteilt, er ist bis heute der einzige Mensch, der jemals offiziell von der israelischen Justiz hingerichtet wurde.
Die geplante Verfilmung seines Lebens befasst sich insbesondere mit dem Verhör Eichmanns durch den Polizisten Avner Less. Daneben wird in Rückblenden Eichmanns SS-Karriere nacherzählt.
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