Mit vier Oscars ist die Killergroteske "No Country for Old Men" der große Gewinner. Einen "halben" deutschen Award gab's für das KZ-Drama "Die Fälsch... http://images.kino.de/newspics/895/249895_1/b150x150.jpg Killer räumen Oscars ab

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Überraschung in L.A.

Killer räumen Oscars ab

Mit einer Öldusche hatte man in Hollywood in der Oscar-Nacht gerechnet - stattdessen gab's reichlich blaue Bohnen!

Großansicht Javier Bardem heimste einen der vier Oscars für "No Country For Old Men" ein", Stefan Ruzowitzky nahm seinen Goldjungen für "Die Fälscher" von Penélope Cruz entgegen (Foto: © A.M.P.A.S.)

Javier Bardem heimste einen der vier Oscars für "No Country For Old Men" ein", Stefan Ruzowitzky nahm seinen Goldjungen für "Die Fälscher" von Penélope Cruz entgegen (Foto: © A.M.P.A.S.)

Vier von acht möglichen Oscars, darunter in den beiden Königsklassen Bester Film und Beste Regie, gab's von der Academy für die Killergroteske "No Country for Old Men" von den Brüdern Joel und Ethan Coen. Javier Bardem glänzt in der absurd-tragikomischen Ballade um kaputte Gangster und desillusionierte Gesetzeshüter als gewissenloser münzewerfender Mörder und heimste dafür zu Recht den Preis als bester Nebendarsteller ein.

Das Öl-Drama "There Will Be Blood" kam trotz ebenfalls acht Nominierungen nur auf zwei Goldjungen. Einen davon räumte erwartungsgemäß Daniel Day-Lewis als bester Hauptdarsteller ab. Als beste Hauptdarstellerin wurde völlig überraschend Marion Cotillard für ihre Rolle als Edith Piaf in "La Vie en Rose" ausgezeichnet. Die Französin war ebenso überrumpelt wie das ganze Kodak Theater, dass nicht die Favoritinnen Julie Christie oder Cate Blanchett geehrt wurden - Cotillard stand minutenlang unter Tränen vor dem Mikrofon und rang nach Worten für ihre Dankesrede. Am Ende fand sie die schönsten Worte des gesamten Abends: "Ich danke dem Leben und ich danke der Liebe. Es stimmt wirklich, dass es in dieser Stadt Engel gibt."

Großansicht Die Gewinner der Darstellerpreise strahlten um die Wette: Daniel Day-Lewis, Tilda Swinton, Marion Cotillard und Javier Bardem (Foto: © A.M.P.A.S.)

Die Gewinner der Darstellerpreise strahlten um die Wette: Daniel Day-Lewis, Tilda Swinton, Marion Cotillard und Javier Bardem (Foto: © A.M.P.A.S.)

Deutschland freut sich mit Österreich

Den Oscar für die beste Nebendarstellerin gewann Tilda Swinton für ihre Rolle als Gegenspielerin von George Clooney im Gerichts-Thriller "Michael Clayton". Auch hier hatte Cate Blanchett für "I'm Not There" als haushohe Favoritin gegolten. Trotzdem war "Michael Clayton" neben "Abbitte" der große Verlierer: Beide Filme waren sieben mal nominiert, mussten sich aber mit nur einem Award begnügen.

Einen "halben" deutschen Oscar gab's für das KZ-Drama "Die Fälscher" mit August Diehl, das für Österreich in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film ins Rennen ging und in Deutschland koproduziert wurde. Regisseur Stefan Ruzowitzky erinnerte an seine erfolgreichen Landsmänner in Hollywood wie Billy Wilder oder Otto Preminger und sagte: "Es ist passend, dass der erste Oscar für Österreich an einen Film geht, der von den Verbrechen der Nazis handelt - denn aus diesem Grund mussten diese großen Künstler damals in die USA flüchten."

Großansicht Darsteller Tommy Lee Jones gratuliert den Coen-Brüdern zu ihrem Vierfach-Triumph (Foto: © A.M.P.A.S.)

Darsteller Tommy Lee Jones gratuliert den Coen-Brüdern zu ihrem Vierfach-Triumph (Foto: © A.M.P.A.S.)

Gedenken an Heath Ledger

"Das Bourne Ultimatum" darf sich rühmen, technische Maßstäbe gesetzt zu haben. Drei Oscars für Schnitt, Ton und Tonschnitt machen den spektakulären Agententhriller zum Film mit den zweitmeisten Preisen nach "No Country" und zum einzigen Beitrag, der alle Goldjungs erhielt, für die er nominiert war.

Einer der emotionalsten Momente war der Abschied der Academy von den Mitgliedern, die in den letzten zwölf Monaten verstarben: Am Ende des Zusammenschnitts von Höhepunkten aus den Werken der Filmschaffenden und Porträtfotos der verstorbenen Künstler wurde Heath Ledger gezeigt - und nachdem sich der Applaus gelegt hatte, herrschte lange Zeit gebannte Stille im gesamten Kodak Theatre.

Boris Sunjic, Los Angeles, 25.02.2008, 14:32

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