Zack Snyder im Gespräch
Mit "Watchmen - Die Wächter" hat sich Zack Snyder die Verfilmung einer der komplexesten Graphic Novels auf die Schultern geladen. Seine Geschichte einer Mordserie unter Superhelden galt als einer der mit am meisten Spannung erwarteten Filme des Jahres.
Die Comic-Vorlage "Watchmen" galt als unverfilmbar - bis Zack Snyder kam (Foto: Paramount)
» Wen mussten Sie bestechen, um diesen Film bewilligt zu bekommen?
ZACK SNYDER: Es war ein langer, dorniger Weg. Als mir der Stoff angeboten wurde, steckte ich gerade in der Postproduktion von "300". Ich war seit Jahren ein Riesenfan der Vorlage von Alan Moore und konnte es gar nicht fassen - Warner indes war sich damals nicht einmal sicher, ob der Stoff tatsächlich auf einem Comic basierte. Man hatte von den Produzenten Larry Gordon und Lloyd Levin ein Drehbuch bekommen und ein Konzept für einen zweistündigen Superheldenfilm mit einer Altersfreigabe ab 13 Jahren, das von den Achtzigern in die Jetztzeit verlegt werden, einen Kommentar zum "Krieg gegen den Terror" abgeben und den Bösewicht sterben lassen sollte. Doc Manhattan sollte nicht in Vietnam, sondern im Irak kämpfen. Und man wollte sich die Gelegenheit zu Fortsetzungen nicht nehmen lassen.
Uff, das ging natürlich gar nicht. Ich ließ mir das Skript zuschicken und überarbeitete es komplett. Mein Glück war, dass in der Zwischenzeit "300" ins Kino gekommen war. Das war mein Hebel, weil das Studio schon diesen Stoff nicht wirklich verstanden hatte und auf einmal richtig viel Geld damit verdiente. Aber ich will Warner nicht schlecht dastehen lassen. Als sie sich meiner Vision verschrieben hatten, hätte ich mir kein besseres Studio vorstellen können.
Zack Snyder mutet dem Publikum mit seinem Film viel zu und hofft, dass die Zuschauer seiner Vision folgen (Foto: Clay Enos)
» Gab es einen Knackpunkt, an dem Sie das Studio auf Ihre Seite ziehen konnten?
Ich glaube, sie waren beeindruckt von meiner Leidenschaft und Entschlossenheit, "Watchmen" nicht einfach einen Superheldenfilm von der Stange sein zu lassen. Der überwältigende Erfolg bei der Comic-Messe ComicCon in San Diego im Sommer gab ihnen dann die nötige Sicherheit, dass sie ihr Geld nicht auf einen Irren gesetzt hatten.
Uns verband eine wirklich gute Beziehung. Nach Ansicht einer ersten dreieinhalbstündigen Fassung verzichteten sie auf die üblichen Notizen, was man ändern sollte. Sie wollten einfach nur, dass der Film kürzer ist. Das habe ich gemacht, und wir waren zufrieden.
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