Set-Bericht
Das "Neues vom Wixxer"-Team dreht gerade den Auftakt zu einer neuen Kinoreihe: "Jerry Cotton". In Berlin und Hamburg setzt das Regieduo Cyrill Boss und Philipp Stennert eine Starbesetzung um Christian Tramitz als Titelheld in Szene. Keine Parodie, sondern "eine richtig große augenzwinkernde Actionkomödie mit vielen Anspielungen" soll der Film nach den Bastei-Groschenheftchen mit einer Auflage von mittlerweile über einer Milliarde werden.
Christian Tramitz spielt den FBI-Ermittler Jerry Cotton mit einem Augenzwinkern (Foto: Constantin)
Die meisten Leute kennen zumindest den Namen des FBI-Agenten. Bei so vielen verkauften Heften seit den Fünfzigerjahren und acht in Deutschland produzierten Spielfilmen aus den Sechzigern mit insgesamt etwa 13 Mio. Kinobesuchern gibt es auch jede Menge Anhänger. Mit dem Film wolle man zwar vornehmlich "ein neues Publikum erobern, aber natürlich auch die alten Fans bedienen", so Produzent Christian Becker.
Die Idee zum Film kam ihm vor drei Jahren bei "Neues vom Wixxer", als er Christian Tramitz beim Fotoshooting für seine Rolle als Marlowe-ähnlicher Detektiv Much Longer sah und sich dachte: "Er sieht aus wie Jerry Cotton." Man bemühte sich um die Rechte beim Heftchen-Verlag Bastei-Lübbe, bekam sie, und im Gegensatz zu anderen Produktionsfirmen, die in neuerer Zeit eine ernsthafte Verfilmung versucht hatten, kamen Becker, Boss und Stennert bei der Entwicklung des Stoffs in den folgenden zwei Jahren weiter.
Das Plakat zu "Jerry Cotton" verströmt den urigen Charme der Groschenromane und der Filme aus den 60ern (Foto: Constantin)
Stennert und Boss, die seit Längerem zu Beckers Firmenfamilie gehören, zur "Was nicht passt, wird passend gemacht"-Serie Drehbücher lieferten und später die "ProSieben Märchenstunde" inszenierten, mussten sich nicht durch die über 2700 Heftchen kämpfen. Für sie sei bald klar gewesen, eine eigenständige, neue Geschichte zu entwickeln, so das Duo.
Auch die Figuren konzipierten sie neu, versahen sie "mit Ecken und Kanten" und die Hauptfigur mit einem großen Problem. In ihrem Skript wird Jerry Cotton ein Doppelmord vorgeworfen. Statt ein reines Whodunnit zu erzählen wie in den Heften, entschieden sich die beiden mehr für ein Buddy-Movie. Jerry und der aus der Vorlage bekannte Partner Phil lernen sich in ihrer Filmversion erst kennen. Christian Ulmen, als "Dr. Psycho" genreerfahren, gibt den Phil als überbemühten Rookie.
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