F. Marshall im Gespräch
Frank Marshall stellte als Produzent alle "Indiana Jones"-Abenteuer auf die Beine - einschließlich des vierten Films, der von den Fans sehnsüchtig erwartet wurde.
Der Held mit dem Hut ist zurück: "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" (Foto: Universal)
» Wie fühlte es sich nach 19 Jahren an, einen neuen "Indiana Jones"-Film zu produzieren?
FRANK MARSHALL: Großartig. Es ist, als würde man eine gut geölte Maschine bedienen. Eigentlich gibt es bei "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" keinen großen Unterschied zu den bisherigen Filmen. Wir haben keine großen digitalen Tricks. Steven Spielberg ist seinem Prinzip treu geblieben, analog statt digital zu schneiden.
Kameramann Janusz Kaminski hat den lichtgesättigten Look der Bilder von Douglas Slocombe, der die ersten Teile filmte, genau studiert. Der einzige Vorteil des technologischen Fortschritts war, dass wir Harrison Ford in die Stuntszenen integrieren konnten, weil sich die Sicherungskabel digital entfernen ließen.
Produzent Frank Marshall überwachte den Dreh zu "Indiana Jones 4" mit Adleraugen (Foto: Kurt Krieger)
» Interessieren sich die Teenager von heute für ein Low-Tech-Abenteuer?
Wir haben nicht extra auf Teenager geachtet, sondern wollten einen echten "Indiana Jones" machen. Das war unsere einzige Absicht. Abgesehen davon funktioniert dieses klassische Geschichtenerzählen immer. Vor Kurzem zeigte ich meinen Kindern "Paper Moon". Sie waren begeistert. Ein Film braucht keine grellen visuellen Mittel, um sein Publikum zu mitzureißen.
» Ihr letzter Film als Produzent, "Das Bourne Ultimatum", verkörpert stilistisch den Gegenpol zu "Indiana Jones".
Steven Spielberg und George Lucas bewundern die "Bourne"-Filme, nur wollten sie nicht so etwas machen. Ich persönlich arbeite lieber an einem "Indiana Jones"- als an einem "Bourne"-Film. Denn Paul Greengrass dreht in einem dokumentarischen Stil. Er lässt die Sachen einfach geschehen, und wir von der Produktionsseite müssen darauf reagieren.
Speziell bei "Das Bourne Ultimatum" war das schwierig. Das Drehbuch wurde ständig umgeschrieben. Das machte es unmöglich, Sachen vorzubereiten. Ich kann zwar auch unter solch chaotischen Umständen arbeiten, verliere dabei aber viel mehr Haare.
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