Die Oscargewinnerin spricht über den Tod im eigenen Wohnzimmer und warum es ihr nichts ausmacht, von Sean Penn eine Absage zu erhalten.... http://images.kino.de/newspics/256/263256_1/b150x150.jpg "In Amerika kann ich so nicht arbeiten"

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C. Link im Gespräch

"In Amerika kann ich so nicht arbeiten"

Regisseurin Caroline Link bereut es nicht, das Drama "Im Winter ein Jahr" in Deutschland gedreht zu haben - der Film war ursprünglich als US-Produktion geplant.

Großansicht Caroline Link gefiel an "Im Winter ein Jahr" vor allem die ungewöhnliche Konstellation der Hauptfiguren (Foto: Constantin)

Caroline Link gefiel an "Im Winter ein Jahr" vor allem die ungewöhnliche Konstellation der Hauptfiguren (Foto: Constantin)

Hatten Sie anfangs Bedenken, mit "Im Winter ein Jahr" einen Film zu drehen, in dem der Tod eine zentrale Rolle spielt?

CAROLINE LINK: Dass über die Entstehung eines Gemäldes die Trauer über einen verlorenen Menschen und diese Familiengeschichte erzählt wird, fand ich ganz ungewöhnlich und faszinierend. Auch die Beziehung, die zwischen dem Mädchen und dem Maler, gespielt von Karoline Herfurth und Josef Bierbichler, entsteht, ist eine ganz besondere.

Ich interessiere mich für solche ungewöhnlichen Konstellationen und bekam einfach Lust, mich mit dieser Geschichte zu beschäftigen. Sicherlich hat es auch damit zu tun, dass der Tod in meinem Leben plötzlich auch eine Rolle gespielt hatte. Mein Vater ist vor drei Jahren auf sehr unschöne Weise gestorben, und meine Tochter war als Säugling sehr krank. Das sind Erlebnisse, die einen dunklen Schatten auf mein bis dahin sehr unbeschwertes Leben geworfen haben. Dass der Tod sehr plötzlich im Wohnzimmer stehen kann, hat mich verunsichert und erschreckt.

Großansicht Corinna Harfouch muss in dem Drama den Selbstmord ihres Sohnes verarbeiten (Foto: Constantin)

Corinna Harfouch muss in dem Drama den Selbstmord ihres Sohnes verarbeiten (Foto: Constantin)

Was haben Sie persönlich aus diesem Film mitnehmen können?

Ich habe die gesamten Dreharbeiten so sehr genossen! Ich hatte mir davor viel zu viele Gedanken darüber gemacht, was mit Kind möglich ist, wie lange man weg sein kann, wie meine berufliche Zukunft jetzt wohl aussieht. Ich habe gelernt, wie wichtig meine Arbeit für mich ist und wie vital ich mich fühle, wenn ich drehen und eine Geschichte nach meinen Vorstellungen erzählen kann.

Klingt ein bisschen, als wäre der Oscar, den Sie 2003 für "Nirgendwo in Afrika" bekamen, wie eine Last für Sie gewesen.

Nein, natürlich habe ich mich über den Oscar gefreut und bin auch stolz darauf. Aber in der Konstellation mit meinem Baby war es ein bisschen schwierig für mich. Ich habe auch nicht grenzenlos viel Energie. Mir ist es zuviel, abends nach einem Drehtag noch auf dem Teppich mit Bauklötzen zu spielen. Da bin ich überfordert.

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