Ehefrau, Mutter und Schauspielerin zugleich - kein Problem, sagt Reese Witherspoon.... http://images.kino.de/newspics/870/135870_1/b150x150.jpg Ich würde gerne mal Regie führen

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Reese Witherspoon im Interview

Ich würde gerne mal Regie führen

Sie ist jung, reich und bildschön - in der Oscar-Wilde-Verfilmung "Ernst sein ist alles" spielt sich Reese Witherspoon quasi selbst.

Großansicht Legte Unsicherheiten ab: Reese Witherspoon

Legte Unsicherheiten ab: Reese Witherspoon

» Dreharbeiten sind oft sehr zäh. Wie verbringen Sie die Zeit in den langen Pausen?

REESE WITHERSPOON: Ich lese wie eine Verrückte. Als Mutter komme ich zu Hause nicht dazu.

» Ihre Tochter Ava ist nun zwei Jahre alt. Wie hat Sie das Muttersein verändert?

Mein Bewusstsein von mir selbst hat sich durch sie geschärft. Ich denke viel darüber nach, ob ich die Frau verkörpere, die sich meine Tochter zum Vorbild nehmen soll. Einige meiner Eigenschaften, die ich für nicht vorbildlich halte, habe ich schon revidiert.

» Welche Eigenschaften haben Sie denn abgelegt?

Es waren einige Unsicherheiten, die mit irrationaler Angst zu tun haben. Als Schauspielerin kann man der Gefahr anheimfallen, dass man das glaubt, was andere über einen sagen oder schreiben. Damit beschäftige ich mich heute nicht mehr, da ich die meiste Zeit mit meiner Tochter verbringe. Ich singe in ihrer Musikklasse sogar Kinderreime mit.

Sucht Herausforderungen: Reese als die eigensinnige Cecily Cardew

Sucht Herausforderungen: Reese als die eigensinnige Cecily Cardew

» Spüren Sie in Hollywood den Druck, sich anpassen zu müssen?

Nein. Die Leute, die ich bewundere, schauen auch nicht wie konventionelle Schönheiten aus. Das Interessante an bestimmten Darstellern ist ihre Vielseitigkeit. Die Eigenschaften, die sie voneinander unterscheiden, machen sie einzigartig. Ich verehre die Arbeit von Susan Sarandon, Renée Zellweger und Kate Winslet. Und natürlich Jack Nicholson.

» Wie gehen Sie mit der Tatsache um, dass Sie selbst ein Vorbild für junge Frauen geworden sind?

Ich nehme das ernst und versuche, die richtigen Rollen zu spielen. Daher habe ich mich auch für "Ernst sein ist alles" entschieden. Es ist mein erstes Historiendrama, und der englische Akzent war eine zusätzliche Herausforderung. Ein noch immer moderner Stoff mit eigensinnigen Frauen.

"Ernst sein ist alles" kommt ab 12. September in die deutschen Kinos

"Ernst sein ist alles" kommt ab 12. September in die deutschen Kinos

» Sie spielen die reiche und schöne Cecily Cardew. Wie sehen Sie den Film im Vergleich zur Textvorlage?

Oliver Parker hat die Sprache von Oscar Wilde modernisiert und den Frauencharakteren eine Art geheimes Innenleben veschafft. Ich liebe Cecily's wilde surreale Fantasien.

» Was war die Motivation für die Gründung Ihrer Produktionsfirma TYPE A Films?

Man kann entweder auf gute Frauenrollen warten oder sie selbst entwickeln. Ich war schon immer ein aktiver Mensch, der seine eigene Sache macht, anstatt zu reagieren. Durch die Firma verbessere ich meine Möglichkeiten, Frauen realistisch auf der Leinwand darstellen zu können.

Feministin der besonderen Art: Reese als Elle in "Natürlich blond"

Feministin der besonderen Art: Reese als Elle in "Natürlich blond"

» Gibt es schon ein neues Filmprojekt, über das Sie reden dürfen?

Ja, wir entwickeln einen Film über zwei Tennis-spielerinnen. Weibliche Athletinnen inspirieren mich sehr, und es gibt noch keinen richtigen Film über diesen Sport. Ich hoffe auf viele Cameos. Man wird bestimmte berühmte Persönlichkeiten des Tennis-Zirkus wiedererkennen.

» Würden Sie sich als Feministin bezeichnen?

Absolut. Ich unterstütze viele weibliche Anliegen und hoffe, dass ich durch meine Arbeit andere Frauen dazu ermutigen kann, dasselbe zu tun. Ich würde auch gerne mal Regie führen.

» Wie fügt sich "Natürlich blond!" in Ihre feministische Weltsicht ein?

Der Film besagt, dass eine moderne Frau sowohl weiblich als auch ambitioniert sein kann. Man muss seine Weiblichkeit nicht für eine Karriere opfern, indem man sich besonders abgebrüht präsentiert. Frauen dürfen weicher sein als Männer.

Kleine Person mit großem Willen

Kleine Person mit großem Willen

» Wann kommt die Fortsetzung?

Es wird gerade erst das Drehbuch geschrieben. Die geplante TV-Serie ist schon weiter entwickelt. Darin werde ich nicht mitspielen, und auch für den zweiten Teil des Spielfilms habe ich keine Verpflichtungen. Meine Teilnahme wird von der Brillanz des Drehbuchs abhängen.

» Wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Ich bin eine kleine Person mit einem großen Willen und der entsprechenden Lebenseinstellung.

» Was braucht man, um in Hollywood Erfolg zu haben?

Talent, Möglichkeiten, Ambition und jede Menge Glück.

Richard Pleuger, 14.08.2002, 12:00

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