Für seinen neuen Film "The Machinist" speckte er beinahe 30 Kilo ab. Christian Bale über seine härteste Rolle und eine interessante Erfahrung.... http://images.kino.de/newspics/413/164413_1/b150x150.jpg "Ich war die Ruhe in Person"

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Bale im Gespräch

"Ich war die Ruhe in Person"

Bevor Christian Bale im nächsten Sommer das schwarze Cape des "Batman" überstreift, haben Kinogänger die Gelegenheit, ihn in einem ungewöhnlichen Thriller zu sehen. Die Rolle als Arbeiter, der an Schlaflosigkeit leidet, dürfte die psychisch und physisch anspruchsvollste seiner Karriere sein.

Großansicht Dreh mit vollem Körpereinsatz: Christian Bale in "The Machinist" (Foto: 3L)

Dreh mit vollem Körpereinsatz: Christian Bale in "The Machinist" (Foto: 3L)

» Sie scheinen ja wieder ausreichend genährt zu sein. Wie leicht fiel Ihnen das Abspecken?

CHRISTIAN BALE:

Es war eine schwierige Sache. Niemand wollte, dass ich abmagere - außer ich selbst. Ich wollte meine Rolle in "The Machinist" ja glaubhaft verkörpern. Anfangs hatte ich sehr große Probleme, Gewicht zu verlieren. Erst als ich mich vollkommen von der Außenwelt abkapselte, hatte ich Erfolg. Schließlich hilft es nicht unbedingt, wenn es überall nach leckerem Essen riecht.

» Fühlt man sich nicht komisch bei solch bewusster Unterernährung?

Ich war erstaunlicherweise die Ruhe in Person. Nichts konnte mich aus meinem inneren Gleichgewicht bringen. Jegliche Aggressivität war wie weggeblasen, genauso wie Ungeduld und Reizbarkeit.

Großansicht Die Schlaflosigkeit hinterlässt Spuren (Foto: 3L)

Die Schlaflosigkeit hinterlässt Spuren (Foto: 3L)

» Wie gingen die Menschen in Ihrer Umgebung mit dem neuen Christian um?

Meine Frau war schon etwas geschockt, als ich auf 60,5 Kilo runter war. Sie machte sich große Sorgen, glaubte sogar einmal, ich würde nicht mehr atmen. Eigentlich hatte sie mit ihren Befürchtungen auch gar nicht so unrecht. Heute weiß ich, dass es besser gewesen wäre, etwas früher aufzuhören. Denn als ich später wieder zunahm, spielten meine Blutwerte verrückt.

» Bescherte Ihnen die Ausgeglichenheit denn schönere Träume?

Ich wollte gar nicht schlafen. Schließlich leidet meine Figur im Film ja auch an Schlaflosigkeit. Interessant war aber, dass ich umso leichter die Augen offenhielt, je weniger ich wog. Dabei ging es mir aber nicht schlecht: Die Welt wurde vor meinen Augen klarer. Lustig war nur, dass ich vermehrt mit mir selbst sprach - im Kopf.

Großansicht Momente des Glücks: Bale und Aitana Sánchez-Gijón (Foto: 3L)

Momente des Glücks: Bale und Aitana Sánchez-Gijón (Foto: 3L)

» Haben Sie etwas aus dieser Erfahrung gelernt?

Ich weiß nicht, ob ich es wieder machen würde. Durch diese Hauruckaktion, die am Ende vier Monate dauerte, habe ich öfter einen interessanten Stimmungswandel durchgemacht. Allerdings fragte ich mich schon hin und wieder, was ich am Ende selbst davon hatte.

Ich wollte meiner Rolle so viel Authentizität wie nur möglich verleihen. Hauptsächlich deswegen habe ich mich dafür entschieden.

Leif Kramp, 03.11.2004, 10:25

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