Spätestens seit der "Mumie"-Trilogie ist Stephen Summers ein Blockbustergarant. Nun verrät er sein Geheimrezept für einen guten Actionfilm.... http://images.kino.de/newspics/298/278298_1/b150x150.jpg "Ich verstehe mein Handwerk!"

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Stephen Sommers über "G.I. Joe"

"Ich verstehe mein Handwerk!"

Nach fünfjähriger Kreativpause greift "Die Mumie"-Macher Stephen Sommers mit seiner Actionextravaganz "G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra" wieder ins Blockbuster-Geschäft ein. KINO.DE stand er Rede und Antwort.

Großansicht Sienna Millers Figur der Baroness ist passend zum Zeitgeschehen als Terroristin angelegt (Foto: Paramount)

Sienna Millers Figur der Baroness ist passend zum Zeitgeschehen als Terroristin angelegt (Foto: Paramount)

Was macht "G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra" zu einem Stephen-Sommers-Film?

STEPHEN SOMMERS: "G.I. Joe" hatte das Potenzial, eine außergewöhnliche visuelle Erfahrung zu werden. Als ich zu Beginn der Neunzigerjahre bei Disney anfing, drehte das Studio in erster Linie viele kleine, niedrig budgetierte Filme. Das war nicht das, was mir vorschwebte. Ich wollte Filme machen wie die, mit denen das Studio groß geworden war, "20.000 Meilen unter dem Meer" oder "Die Schweizer Familie Robinson" - Abenteuer. Also schwatzte ich ihnen "Huck Finn" auf, bekam ein Budget von sechs Mio. Dollar bewilligt und zog mit meinem großartigen Kameramann Janusz Kaminski los.

Es war großartig! Wir wollten die tollsten Bilder machen, die möglich waren. Am Schluss sah unser Film aus, als hätte er das Vierfache gekostet. Das war schon auf der Filmschule mein Ding: Meine Filme mussten toll aussehen. Und das geht nur, wenn man lernt, wie man einen wie zwei Dollar aussehen lässt. Das hat sich ausgezahlt. Als Nächstes war ich in Indien und drehte "Das Dschungelbuch". Und irgendwann landete ich in Ägypten und Marokko und realisierte "Die Mumie".

Haben Sie das Bedürfnis, sich bei jedem Film aufs Neue zu übertreffen?

Ich würde gern mit Nein antworten, befürchte aber, dass ich Ja sagen muss. Seit Jahren erzähle ich, dass ich als Nächstes ein kleineres Projekt machen will. Und dann wird jeder neue Film doch immer noch größer und aufwändiger. Wenn ich aus "G.I. Joe" ein kleines, intimes Drama machen würde, hätte ich ein Problem. "G.I. Joe" ist Eskapismus in Reinform, ein Stoff, zu dem die Menschen klatschen wollen. Und mir macht das Spaß.

Großansicht "G.I. Joe" ist kein leises Drama, sondern eine von Stephen Sommers gewollte, leicht zu genießende Action (Foto: Paramount)

"G.I. Joe" ist kein leises Drama, sondern eine von Stephen Sommers gewollte, leicht zu genießende Action (Foto: Paramount)

Mit "Die Mumie" haben Sie die Türen geöffnet zum Sommerfilmklima: Man nehme einen B-Stoff und realisiere ihn für ein A-Budget. Wie sehen Sie die Entwicklung, dass nur noch die Effekte zählen und die Figuren zur Nebensache werden?

Ich bin so vermessen, mich nicht als Teil dieser Entwicklung zu sehen. Ich bin nicht wirklich interessiert an Hardware. Ich bin mit den Filmen von Howard Hawks und Michael Curtiz groß geworden, die richtige Abenteuergeschichten erzählt haben. In dieser Tradition würde ich mich gern sehen. Ich vertraue mehr auf Kamerabewegungen und setze nicht auf Schnittorgien. Aber ich möchte auch meinen Kollegen zu Hilfe eilen: Filme sind ständiger Veränderung ausgesetzt, weil Filmemacher ihr Publikum überraschen wollen.

Seitdem das Publikum in den Fünfzigern dahinterstieg, wie Ray Harryhausen seine Effekte machte, sind Filmemacher gezwungen, die Latte immer höher zu legen. Kann sein, dass dieses Bedürfnis in den letzten Jahren etwas eskaliert ist. Bei "G.I. Joe" war es zumindest mir nicht wichtig, die Spezialeffekte zu revolutionieren. Für mich standen immer die Geschichte und die Figuren im Vordergrund. Weil man heute mit den Effekten wirklich alles machen kann, ist das die einzige Möglichkeit, anders zu sein als die Konkurrenz.

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