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BERTRAND BLIER IM GESPRÄCHINTERVIEW
"Ich habe eigentlich genug gedreht"
Mit "Die Ausgebufften" gelang Bertrand Blier 1973 der erste große Wurf, seither gilt der mittlerweile 67-jährige Autor und Regisseur als Kinoprovokateur. Dass er auch ein Faible für ungewöhnliche Filmstoffe hat, beweist er jetzt erneut mit "Wie sehr liebst du mich?".
Traumfrau Monica Bellucci als Prostituierte mit Herz
ZoomTraumfrau Monica Bellucci als Prostituierte mit Herz (Foto: Concorde)

»Wie war Ihr erstes Treffen mit der Bellucci?

BERTRAND BLIER: Unspektakulär. Nach 15 Minuten war Monica Feuer und Flamme. Danach konnte ich mich relaxt ans Drehbuch setzen, weil ich wusste, mit welcher Figur ich es zu tun hatte. Bernard Campan kam als männlicher Gegenpart hinzu, und mit Gérard Depardieu wollte ich schon seit Jahren mal wieder drehen.

»Was war der Ausgangspunkt dieser Liebeskomödie?

Ich sprühe oft nur so vor Einfällen, entscheidend ist die Auswahl. Von zehn Ideen bleibt eine übrig, bei der alles stimmt. Hier war es die Idee vom idealen Weib. Monica mit ihren körperlichen Vorzügen beeindruckt als traditionelle Schönheit und außergewöhnliche Schauspielerin, sie hat alles, was man von einer richtigen Frau erwartet: Mutter, Geliebte und Hure zugleich. Die sexuelle Revolution hat die Beziehungen verkompliziert. Jeder geht seiner Wege, rennt bei der kleinsten Unstimmigkeit mit dem Partner zum Seelenklempner. Inzwischen freut man sich schon, wenn man nicht im Gefängnis landet, nur weil man eine begehrenswerte Frau anschaut.

Bertrand Blier hofft nach zwei Misserfolgen mit
ZoomBertrand Blier hofft nach zwei Misserfolgen mit "Wie sehr liebst du mich?" auf einen Treffer (Foto: Concorde)

»Sind Sie Nostalgiker?

Überhaupt nicht. Ich denke nicht oft an die Vergangenheit und bin eher auf das Morgen gespannt, auch wenn ich der Zukunft etwas skeptisch gegenüberstehe. In "Wie sehr liebst du mich?" schwingt allerdings etwas Nostalgie mit. Der Film ist auch eine Hommage an die legendäre Glitzerwelt von Pigalle und die Belles de nuit.

»Sie haben sich auch diesmal junge Produzenten ausgesucht. Eine gute Erfahrung?

Eine sehr gute. Je älter die Produzenten sind, umso weniger wissen sie über das Kino. Wenn die einen Film herausbringen, beten sie, dass es nicht regnet, eine Epidemie oder Krieg gibt. Solche Denkweisen zeugen nicht von Innovation. Die Jungen sind einfach aufgeschlossener und begeisterungsfähiger, wagen mehr und haben sehr viel Ahnung. Auch die Generation von Regisseuren wie Gaspar Noé, Jacques Audiard oder Bruno Dumont geht ihren Weg. Um das französische Kino ist es mir nicht bange. Es eröffnet viele Möglichkeiten, etwas Neues auszuprobieren. Da sind wir den Amerikanern eine Nasenlänge voraus.

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