Größter Umzug der Filmgeschichte
Leider zu spät!
Haben die Gewerkschaften Peter Jackson, Gollum & Co. verschreckt? (Foto: Paramount, Warner)
Die zwei größten Fantasy-Epen der Filmgeschichte werden miteinander verstrickt. Allerdings nur bei den Filmkulissen: Nach dem Ärger mit den Schauspieler-Gewerkschaften in Neuseeland plant Studioriese Warner Bros., für die Dreharbeiten zu "The Hobbit" nach England umzuziehen - und genau an den Sets zu filmen, die für die "Harry Potter"-Reihe genutzt wurden!
Zwar haben die Gewerkschaften ihren Boykott-Aufruf an ihre Mitglieder inzwischen aufgehoben. Doch das Einlenken kam offenbar zu spät, wie Regisseur Peter Jackson in einer offiziellen Mitteilung klar stellt:
"Diese Entscheidung hilft nicht mehr, dass der Film in Neuseeland bleibt, denn der Schaden, den die Gewerkschaften unserer Filmindustrie zugefügt haben, ist irreparabel. Schon nächste Woche werden Warner-Manager nach Neuseeland kommen und alle Vorbereitungen treffen, um die gesamte Produktion von 'The Hobbit' zu verlegen. Mir scheint, wir sind selbst dann nicht in der Lage, einen Film in unserer Heimat zu drehen, wenn sogar die komplette Finanzierung steht."
Purer Frust spricht dabei aus Peter Jackson. Denn der Neuseeländer hätte die "Hobbit"-Filme, für die er sich eben erst nach langem Hickhack auch als Regisseur verpflichtet hat, natürlich liebend gern in seiner Heimat gedreht. Zumal die wunderschöne neuseeländische Natur in der "Herr der Ringe"-Trilogie atemberaubende Aufnahmen ermöglicht hatte!
Ausgelöst hat den Streit unter anderem die renommierte Screen Actor's Guild, die wichtigste Schauspielergewerkschaft mit Sitz in Los Angeles. Wegen angeblich zu niedriger Gewinnbeteiligungen forderte sie alle ihre Mitglieder auf, sich den "Hobbit"-Dreharbeiten zu verweigern. Gandalf-Darsteller Ian McKellen und Gollum-Mime Andy Serkis unterstützten den Vorstoß. Zwar haben alle großen Gewerkschaften den Boykott inzwischen zurückgezogen, erlauben ihren Mitgliedern aber nur dann, an den Dreharbeiten teilzunehmen, wenn dies "unter den gewerkschaftlich festgelegten Vertragsbedingungen" geschehe.
Das klingt nach einer weiteren Runde in einem Pokerspiel mit extrem hohem Einsatz. Denn dass die Tür zur Hobbithöhle in Neuseeland noch nicht ganz zu ist, zeigen die Schlussworte von Peter Jacksons Statement:
"Wir werden weiter darum kämpfen, den Film in Neuseeland zu halten, auch wenn die letzte Entscheidung bei Warner liegt. Auf jeden Fall fühlen wir uns sehr ermutigt von der unglaublich großen Unterstützung durch Schauspieler, Techniker und Crew-Mitglieder aus Wellington. Sie spiegelt wider, wie stolz Filmschaffende in Neuseeland auf ihre Branche sind - und wie viel Angst sie haben, ihre Jobs zu verlieren!"
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