Kinocoup mit Klasse
Drei Jahre nachdem "Ocean's Eleven" Vegas-Casinos um 160 Millionen Dollar erleichtert haben, stehen Danny und seine Spießgesellen vor einem Problem: Jemand hat das Team an Benedict verraten, und der will sein Geld zurück - mit Zinsen. Die Filmemacher und Hauptdarsteller erzählen die Geschichte hinter der Fortsetzung.
Swing when you're filming! Mit "Ocean's Eleven" läutete Steven Soderbergh im Dezember 2001 die Wiedergeburt der Coolness ein. Selbst Produzent Jerry Weintraub war vom Erfolg der Rat-Pack-Gaunerkomödie überrascht:
"Ich setzte natürlich große Hoffnungen auf 'Ocean's Eleven'. Wir hatten eine fantastische Besetzung, einen genialen Regisseur, ein hervorragendes Drehbuch und eine wunderbare Geschichte", erinnert sich Jerry. "Ich bin davon überzeugt, dass die Zuschauer im Kino ihrem Alltag entfliehen wollen. Sie kaufen sich eine Tüte Popcorn, eine Cola und amüsieren sich. Uns wurde sehr schnell klar, dass sie an 'Ocean's Eleven' wirklich ihren Spaß hatten."
Laut Weintraub kam Soderbergh während der Promotion-Tour in Rom auf die Idee, einen zweiten Teil zu drehen. "Ich habe nie über eine Fortsetzung nachgedacht, bis wir in Rom ankamen", bestätigt der Regisseur. "Ich habe mich auf Anhieb in diese Stadt verliebt. Als ich mir überlegte, wie man die Geschichte konstruieren kann, blieb die Idee von einem europäischen Schauplatz hängen."
"Steven besuchte Rom damals zum ersten Mal, und ich merkte, wie seine Augen zu strahlen begannen", erzählt Andy Garcia. "Die Stadt inspirierte ihn, plötzlich fing er an, über ein Sequel zu reden. Er schrieb schon daran, bevor wir abreisten."
"Ocean's Eleven" hatte die Filmfans mit einem hochkarätigen Staraufgebot in die Kinos gelockt. George Clooney, Brad Pitt, Julia Roberts, Matt Damon und Andy Garcia ein weiteres Mal zusammen vor die Kamera zu bekommen, grenzte an ein Wunder.
"Niemand hatte geglaubt, dass wir 'Ocean's Twelve' machen können", erinnert sich der Produzent. "Logistisch ist es äußerst prekär, eine Besetzung dieses Umfangs und dieses Kalibers in einem Drehplan von 77 Tagen unterzubringen. Was die Sache vereinfachte: Alle wollten liebend gern wieder mitmachen."
"Die Entwicklung der Figuren ist noch interessanter als im ersten Teil", so Soderbergh. "Inzwischen kennen die Darsteller ihre Rollen und können noch mehr in ihnen aufgehen."
Für die Story von "Ocean's Twelve" musste noch eine neue Darstellerin her. Weibliche Unterstützung für Julia Roberts verspricht Hollywood-Diva Catherine Zeta-Jones:
"Die beiden schönsten Frauen der Welt spielen zusammen in meinem Film", schwärmt Weintraub. "Julia hat wahrhaft großes Talent, in diesem Film ist sie unglaublich komisch. Auch Catherine ist eine hervorragende Schauspielerin. Als Steven und ich überlegten, wer Isabel spielen sollten, kam für uns beide niemand sonst in Frage."
Obwohl die Europol-Agentin Isabel Lahiri im ersten Film nicht mit von der Partie ist, spielt sie in der Fortsetzung eine bedeutende Rolle. Soderbergh erklärt: "Wir brauchten also eine Schauspielerin, die die Leiwand völlig dominieren kann. Mir war klar, dass die Rolle Catherines Fähigkeiten ganz und gar entspricht. Als Nervensäge ist sie wunderbar."
Für die Geschichte von "Ocean's Twelve" ließ sich Jerry von George Nolfis Drehbuch "Honour Among Thieves" inspirieren, ein Abenteuer über den größten Dieb Amerikas, der den größten Dieb Europas herausfordert: "Das Skript enthielt eine überragende Idee für das Sequel", erinnert sich Jerry. "Also schickte ich es an George, Brad und Steven und bat sie, es zu lesen."
Jetzt musste die Story nur noch dem Ensemble angepasst werden. "Wir brauchten ein Drehbuch, das funktioniert, ohne dass bestimmte Schauspieler in den Vordergrund treten", erklärt George Clooney.
"Nolfi hat sein Buch im selben Stil wie 'Ocean's Eleven' geschrieben", ergänzt Soderbergh. "Für die Fortsetzung schwebte mir vor, dass Benedict den Räubern auf die Spur kommt - sie müssen also in Europa eine Reihe von Dingern drehen, um ihm das Geld zurückzuzahlen. Und im Gegensatz zum ersten Film, wo der Spaß darin besteht, dass sie Erfolg haben, überlegte ich mir, dass es lustiger wäre, wenn diesmal von Vornherein absolut alles schief geht." Der Regisseur beschloss, Georges Drehbuch mit seinen Ideen zu kombinieren und schickte die Gaunerbande quer durch Europa.
Das gesamte Produktionsteam ging zehn Wochen auf Reisen: Die Crew drehte in Chicago, Amsterdam, Paris, Monte Carlo, am Comer See, in Rom und in Castellamare del Golfo auf Sizilien.
"Es ist viel angenehmer vor Ort zu drehen, als in einem Studio in Hollywood", betont Weintraub. "Natürlich kann man Sets bauen, aber das Patheon in Rom oder die Grachten in Amsterdam kann niemand nachbauen. Durch diese traumhaften, wunderschönen Schauplätze wird der Film unverwechselbar geprägt."
"Ich würde ja gern behaupten, dass ich noch nie so wunderbare Dreharbeiten erlebt habe - leider stimmt das aber nicht", sagt Brad Pitt mit einem unübersehbaren Augenzwinkern. "Lausige Drehorte. Ekelhaftes Essen - vor allem in Italien. Und die Kollegen - nicht auszuhalten! Ich war total genervt."
Jeden Monat die schönsten Seiten des Kinos: Deutschlands größte Kinozeitschrift Treffpunkt Kino liegt kostenlos in den Foyers der größten Kinoketten und vielen weiteren Kinos aus. Diesen Monat gibt's Treffpunkt Kino auch online.