Gut vorbereitet
Die wenigsten Schauspieler sind schon mal ins Weltall geflogen oder haben als Polizisten böse Buben verhaftet. Aber die Figuren, die sie im Film spielen, tun es.
Mit seiner bewegenden Darstellung eines jüdischen Pianisten überzeugte Adrien Brody die Kritiker (Foto: Tobis)
Um diese Menschen überzeugend zu verkörpern, müssen sich auch Oscar-Preisträger ausgiebig auf ihre Rollen vorbereiten. Bücher zum entsprechenden Thema zu lesen, ist eine Möglichkeit. Eine andere ist, sich gemäß des "Method Acting" ganz auf die Rolle einzulassen, zu denken und zu handeln wie der Filmcharakter.
Dafür geben Hollywoods Vorzeigemimen alles: Um die Entbehrungen, des jüdisch-polnischen Klavierspielers Wladyslaw Szpilman während der NS-Zeit in "Der Pianist" glaubhaft spielen zu können, verkaufte Hauptdarsteller Adrien Brody beispielsweise seine Wohnung, sein Auto und sein Handy.
Beweglich wie ein Gecko: Charlize Theron in der Comic-Verfilmung "Aeon Flux" (Foto: UIP)
Zudem nahm der ohnehin hagere Brody 15 Kilo ab, meldete sich nicht mehr bei Freunden und lernte, Chopinstücke zu spielen. So viel Einsatz war der Academy of Motion Picture Arts and Sciences 2003 einen Oscar wert.
Tom Hanks und seine "Apollo 13"-Kollegen Bill Paxton, Kevin Bacon und Gary Sinise besuchten vor Beginn des Drehs das "U.S. Space and Rocket Camp Program" in Alabama. Die Schauspieler drehten 600 Runden im Weltraumsimulator "NASA KC-15", der von Astronauten scherzhaft "Vomit Comet" ("Kotzbomber") genannt wird. Dort bekamen die Hollywoodstars die Schwerelosigkeit am eigenen Leib zu spüren.
Matt Damon lernte bei der Bostoner Polizei, was es bedeutet, ein echter Cop zu sein (Foto: Warner)
Charlize Therons Vorbereitung auf ihre Rolle als Comic-Heldin "Aeon Flux" war ebenfalls anspruchsvoll: Um in ihren Bewegungen möglichst geschmeidig zu wirken, sah sich Theron stundenlang Filme über Geckos an. Dabei kennt sich die Südafrikanerin mit den Echsen aus: "Ich weiß alles über Geckos. Schließlich habe ich früher mit ihnen im Hof gespielt!"
Um für seine Rolle als Polizei-Maulwurf in "Departed - Unter Feinden" optimal gewappnet zu sein, begab sich Matt Damon direkt an vorderste Front. Er lernte bei einem Coptraining, Verdächtige nach Waffen zu untersuchen und Straftäter bewegungsunfähig zu machen. Am letzten Tag seiner dreitägigen Tour mit den Streifenbeamten war Damon sogar bei der Festnahme eines Drogendealers dabei, bei der auch Schüsse fielen. Doch die Mühe lohnt sich: Eine gute Rollenvorbereitung macht die Figuren auf der Leinwand erst ledendig und den Kinofilm zum Ereignis.
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