Krieg ist die Hölle - aber darf man über die Hölle scherzen. Kriegsgrotesken tun genau das. und etliche davon haben deswegen Kultcharakter erlangt.... http://images.kino.de/newspics/421/284421_1/b150x150.jpg Hier regiert der Wahnsinn

Story

Kriegsgrotesken

Hier regiert der Wahnsinn

Es gibt Filme, die überschreiten Grenzen: Grenzen, die auf den ersten Blick als zu heikel erscheinen, als dass man sie niederreißen dürfte. Aber einer muss ja den ersten Schritt wagen.

Großansicht "Inglourious Basterds": Ein neuer Stern am Kriegsfilmhimmel

"Inglourious Basterds": Ein neuer Stern am Kriegsfilmhimmel

Aktuell ganz weit vorn im Team der cineastischen Grenzüberschreiter rangiert Quentin Tarantino. Mit seinem neuesten Coup, "Inglourious Basterds", hat er mal eben die Geschichte umgeschrieben.

Geht es nach Tarantino und seiner ausufernden und ja, natürlich: blutigen Phantasie, hat Hitler und seine Schergen ein vollkommen anderes Schicksal als das bislang bekannte ereilt. Der Zweite Weltkrieg geht hier mit einem mächtigen Knall zu Ende, Freiheitskämpfer werden ihres Heiligenscheins beraubt und Frauen, so ist das nun einmal bei Tarantino, sind definitiv das stärkere Geschlecht.

Demontage eines Größenwahnsinnigen

Großansicht Unerreicht: Charlie Chaplin als Anton Hinkel, Herrscher von Tomanien

Unerreicht: Charlie Chaplin als Anton Hinkel, Herrscher von Tomanien

Selbstverständlich gab es schon lange vor Tarantino Regisseure, die sich dem Sujet des Kriegsfilms mit ganz eigenen, ganz unkonventionellen Mitteln näherten. Im direkten Vergleich mit Tarantino wirkt ein Meilenstein wie Charlie Chaplins "Der Große Diktator" zwar mehr als harmlos, jedoch ist die inhaltliche Sprengkraft des Schwarz-Weiß-Klassikers noch heute nachvollziehbar. Und bedenkt man, dass die legendäre Parodie auf Hitler und den Nationalsozialismus 1940 in die Kinos kam, so ist es definitiv der kleine Mann mit Hut, dem die größere Ehre gebührt.

Vergleiche sollen hier aber gar nicht angestrengt werden. Denn die besten unter den Kriegsgrotesken sind ohnehin viel zu unterschiedlich, als dass man sie einem Ranking unterziehen könnte. Man nehme nur "Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben". Hier wohnt der Wahnsinn in jeder einzelnen Ecke des unterirdischen Bunkers, in dem sich ein Großteil der Handlung abspielt. Und Peter Sellers in seiner Dreifachrolle ist bis heute der Inbegriff der kongenialen Improvisationskunst.

Gerührt, geschüttelt - wen kümmerts?

Großansicht Fairer Deal: Für die einen Martini, für die anderen Medizin

Fairer Deal: Für die einen Martini, für die anderen Medizin

Spricht man von Irrsinn und Krieg, ist auch "M*A*S*H" nicht weit. Ob man das martinitrinkende Ärzteteam im Feldeinsatz in der Spielfilmversion von Robert Altman oder doch lieber in der Serienfassung genießen möchte, ist pure Geschmackssache - ähnlich der Frage, ob man seinen Martini nun lieber geschüttelt oder gerührt zu sich nehmen möchte.

Geht es wiederum um "Catch-22" gibt es nur die eine Wahl: die bitterböse Antikriegskomödie von Ausnahmeregisseur Mike Nichols. Oder natürlich die brillante und lange Zeit als unverfilmbar bezeichnete Romanvorlage von Joseph Heller. In diesem Fall würde man jedoch die atemberaubende Kameraarbeit und all den herrlichen Nonsens verpassen, den Nichols vom Buch auf die Leinwand übertragen hat. Und das sind - ein weiteres Mal - Bilder, die man so kein zweites Mal erleben wird.

bdu, 21.01.2010, 12:19

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