Der Regisseur über sein neues Drama "Five Minutes to Heaven" mit Liam Neeson, die Probleme bei "Invasion" und sein geplantes Projekt mit Moritz Bleib... http://images.kino.de/newspics/675/257675_1/b150x150.jpg "Griechische Tragödie trifft Western"

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Oliver Hirschbiegel

"Griechische Tragödie trifft Western"

In Belfast hat Oliver Hirschbiegel vor Kurzem die Dreharbeiten zu "Five Minutes of Heaven" abgeschlossen. Das Drama mit Liam Neeson und James Nesbitt nimmt einen realen Mord aus dem Jahr 1975 zum Aufhänger für eine fiktive Geschichte, in der Täter und Bruder des Opfers bei der Vorbereitung zu einer Fernsehsendung über 30 Jahre nach dem Verbrechen aufeinander treffen.

Großansicht Bewegend: Liam Neeson und James Nesbitt in Oliver Hirschbiegels neuestem Drama "Five Minutes of Heaven" (Foto: Pathé)

Bewegend: Liam Neeson und James Nesbitt in Oliver Hirschbiegels neuestem Drama "Five Minutes of Heaven" (Foto: Pathé)

» Wie kamen Sie zu dem Projekt?

OLIVER HIRSCHBIEGEL: Letztes Jahr bereitete ich ziemlich ausführlich "Boy Soldiers", einen Film über einen Kindersoldaten in Sierra Leone, vor. Das Drehbuch hat - wie bei "Five Minutes of Heaven" - Guy Hibbert geschrieben, mit dem ich mich hervorragend verstand. Der Film kam dann aber nicht zustande, da die Finanzierung recht schwierig war.

Daraufhin hat er mir das Buch zu "Five Minutes of Heaven" gegeben. Damals war es eine sehr kleine Produktion. Etwa zur gleichen Zeit hat Hibbert das Buch James Nesbitt zum Lesen gegeben und James wollte es unbedingt machen. Es ist einfach brillant, eine universelle Geschichte, die in Nordirland spielt.

Großansicht Oliver Hirschbiegel ist ein gefragter Regisseur - in Deutschland und im Ausland (Foto: NFP)

Oliver Hirschbiegel ist ein gefragter Regisseur - in Deutschland und im Ausland (Foto: NFP)

» Trotz der allgemeingültigen Basis der Geschichte behandelt sie dennoch ein spezifisch irisches Thema.

Der politische Hintergrund ist natürlich da. Die Troubles, wie sie hier in Irland sagen, dieser andauernde und sich nun abbauende Konflikt, der atmet aus jeder Pore des Films. Aber es ist nichtsdestotrotz eine allgemeingültige Geschichte, weil es das, was in Irland passiert ist, genauso in Ruanda gegeben hat, oder auch in Sierra Leone oder im Kosovo oder in Beirut. Das ist ja nicht nur ein nordirisches Phänomen.

» In welchem Look wurde die Geschichte inszeniert?

Was das Licht angeht, wollte ich möglichst wenig eingreifen. Die Sonne hat ja vor 30 Jahren genauso geschienen wie heute. Ich habe nie so ganz verstanden, warum man da irgendwelche künstlerischen, formalen Veränderungen vornimmt. Ich verließ mich auf das Material und die Sonne, das Licht, das ich habe. Was die technische Umsetzung angeht: Es gibt die zwei Personen, Alistair und Joe. Alistair sehen wir im ersten Akt als 17-jährigen Buben, wie er den Mord begeht, und die Folgen dieses Mordes. Das wird alles relativ statisch mit einer sehr klaren Kamerasprache erzählt. Joes Part hingegen, der der Bruder des Mordopfers ist, ist mit der Handkamera aufgenommen, allerdings sehr subtil.

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