Versöhnlicher Abschluss
Ende gut, fast alles gut...
Zum ersten Mal seit Reinhard Hauffs Polit-Thriller "Stammheim" 1986 konnte wieder ein deutscher Film den Golden Bären für den Besten Film des Festivals ergattern. Erfreulich, dass zusätzlich die Fédération Internationale de la Presse Cinématographique, der Internationale Verband der Filmkritik, "Gegen die Wand" als besten Wettbewerbsfilm auszeichnete und auch das Publikum Fatih Akins wuchtiges Liebesdrama mit langanhaltenden Ovationen bedachte.
Die Jury um Oscar-Gewinnerin Frances McDormand zeichnete zusätzlich noch ex aequo Charlize Theron ("Monster") und Catalina Sandino Moreno ("Maria Full of Grace") als beste Darstellerinnen, Daniel Hendler ("Lost Embrace") als besten Schauspieler und Kim Ki-Duk ("Samaria") als besten Regisseur aus. Silberne Bären gingen an "Lost Embrace" und an das Ensemble von "Om jag vänder mig om".
Robin Williams, im Panorama mit seinem neuen Film "The Final Cut" vertreten und schlussendlich Jude Law trieben gegen Ende der Berlinale auch noch das Glamour-Barometer in die Höhe.
Mit Ken Loachs "Ae Fond Kiss" und Theo Angelopoulos' "Trilogie: Die Erde weint" zog auch die Qualität der Wettbewerbsfilme gegen Ende des Festivals noch einmal stark an. Über das Mittelmaß der meisten Wettbewerbsbeiträge können jedoch auch sie leider nicht hinwegtäuschen.
Jude Law brachte dem Festival von Dieter Kosslick doch noch den ersehnten Hollywood-Glanz (Foto: Berlinale)
Einen Grund zur Freude haben die Veranstalter dagegen im ungebrochenen Interesse des Publikums. Beinahe alle Vorstellungen waren restlos ausverkauft, teilweise mussten sogar kurzfristig Sondervorstellungen angesetzt werden.
Highlights dieser Filmfestspiele waren zweifelsohne die grandiose Retrospektive "New Hollywood 1967 -1976. Trouble in Wonderland" und das erneut erstklassige Kinderfilmfest. So überwiegen letztlich die positiven Eindrücke, jedoch hinterlässt die Schwäche des Wettbewerbes einen eher faden Nachgeschmack einer ansonsten gelungenen Berlinale 2004.
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