Ohne ganz große US-Stars hat "Unterwegs nach Cold Mountain" die Berlinale eröffnet. Aufreger: Studenten stürmten die Premiere.... http://images.kino.de/newspics/623/148623_1/b150x150.jpg Glamour und Proteste zum Berlinalestart

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Auftakt im Zwielicht

Glamour und Proteste zum Berlinalestart

"Ich kann sie verstehen. Ich war früher auch auf der anderen Seite..."

Großansicht Glamour made in Germany: Claudia Schiffer (Foto: Kurt Krieger)

Glamour made in Germany: Claudia Schiffer (Foto: Kurt Krieger)

Festivalleiter Dieter Kosslick hatte alle Hände voll zu tun: Demonstrierende Studenten musste er beruhigen, die aus Protest gegen Kürzungen im Bildungsetat die internationalen Stars beim Defilee am Roten Teppich niederpfiffen - sogar den Berlinale-Palast hatten die Demonstranten kurzzeitig besetzt, bevor die Polizei die Störenfriede wieder hinauskomplimentierte.

Dann musste er jedem Journalisten die immer gleiche Frage beantworten, wo denn die ganz großen Stars seien, auf die er mit dem Eröffnungsfilm "Unterwegs nach Cold Mountain" spekuliert habe. Hauptdarstellerin Nicole Kidman hatte "aus familiären Gründen" abgesagt, ihr Partner Jude Law musste wegen Dreharbeiten passen und die Oscar-nominierte Nebendarstellerin Renée Zellweger glänzte gleichermaßen durch Abwesenheit. "Es ist wie damals in der Schule", antwortete Kosslick verschmitzt. "Auch da hat's der ein oder andere manchmal aus verschiedenen Gründen nicht geschafft zu erscheinen."

Nebenbei moderierte Kosslick noch mit Anke Engelke die Eröffnungsgala. Nachdem Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Kulturstaatsministerin Christina Weiss die Berlinale offiziell eröffnet hatten, führten Kosslick und Deutschlands Top-Comedienne die 2000 geladenen Gäste durch die glanzvolle Gala, die ihren Höhepunkt in der Vorführung von "Unterwegs nach Cold Mountain" fand. Dabei hatte Engelke vorher noch scherzhaft gewarnt, der 155 Minuten lange Film fühle sich an, wie "acht Stunden". Die Berliner Tagespresse hatte den Film zuvor einheitlich verrissen.

Ich glaube nur, was ich sehe!

Anthony Minghella, der 1996 für "Der englische Patient" mit einem Oscar ausgezeichnete Regisseur des Bürgerkriegsdramas, vertrat seine nicht anwesenden Stars beim Autogramme geben und brav Komplimente verteilen:

"Ich bin zwar kein Festival-Experte, aber in Berlin bin ich schon besonders gerne. Diese Stadt im Herzen Europas hat ein ganz spezielles Flair - allein zu beobachten, wie die beiden Stadthälften immer mehr zusammenwachsen, das ist großartig."

Neben Jury-Präsidentin Frances McDormand, Faye Dunaway und "Columbo"-Darsteller Peter Falk gaben sich ansonsten vor allem deutsche Stars die Ehre, darunter Claudia Schiffer, Armin Mueller-Stahl, Daniel Brühl, Joachim Król, Peter Lohmeyer, Christiane Paul, Bernd Eichinger, Stefan Raab und Barbara Schöneberger.

In den nächsten Tagen erwarten die Filmfans aber noch Weltstars wie Robin Williams, Jack Nicholson, Cate Blanchett, Peter Fonda, Ethan Hawke, Charlize Theron, Diane Keaton, Juliette Binoche und Ron Howard. Dieter Kosslick schränkte aber vorsichtshalber schon mal ein:

"Ich glaube immer erst daran, wenn ich sie über den Roten Teppich laufen sehe."

Boris Sunjic, Berlin, 06.02.2004, 11:45

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