D. Kruger im Gespräch
Sie ist Deutschland heißester Hollywoodexport seit langer Zeit und der Senkrechtstarter dieses Jahres. In "Troja" spielte Diane Kruger noch die schönste Frau der Welt, ihre Rolle als Archivarin in "Das Vermächtnis der Tempelritter" könnte man also beinahe als Abstieg betrachten. Doch wenn Nicolas Cage der Filmpartner ist, überlegt man nicht zweimal.
Mit einem Schlag in Hollywood etabliert: Diane Kruger in "Das Vermächtnis der Tempelritter" (Foto: Buena Vista)
Es ist einfach so passiert, keine Ahnung wie. Ich dachte nie, dass ich an amerikanische Filme rankommen würde. Jeder in diesem Land möchte doch Schauspieler sein, da ist die Konkurrenz riesengroß. Deshalb habe ich ja auch in Frankreich gedreht.
Aber Luc Besson, mit dem ich bei einem Projekt zusammenarbeitete, schlug mich für eine US-Produktion vor. Daraufhin bewarb ich mich für "Troja". Zu meiner großen Überraschung wurde ich genommen, und bald bekam ich dann auch das Drehbuch für "Das Vermächtnis der Tempelritter".
Nur die französischen Produktionen, aber weder "Troja" noch "Sehnsüchtig". Sie haben mir schon sehr viel Vertrauen entgegengebracht. Ich hoffe nur, ich habe sie nicht enttäuscht.
Es ist auf jeden Fall komfortabler. In den Vereinigten Staaten wirst du schon sehr verwöhnt. Vielleicht begreifen die amerikanischen Schauspieler gar nicht, welcher Luxus das Arbeiten in Hollywood ist. In Europa musst du immer selbst zum Drehort kommen, hier wirst du jeden Tag von einer Limousine abgeholt.
Ich würde nicht gerade behaupten, dass ich ein Star bin. Nicolas Cage, mit dem ich in "Das Vermächtnis der Tempelritter" spiele, wird noch ganz anders behandelt. Ich bin ja bereits froh, dass ich überhaupt so unglaubliche Rollen bekomme.
Im amerikanischen Kino kannst praktisch ein Niemand sein - solange du gut und hart arbeitest, steckt man dich in solche Filme. Deshalb möchte ich auch weiterhin hier drehen.
Das machte ich elf Jahre lang, bis mich eine Knieverletzung stoppte. Ich lebte damals in London und hatte keine Lust, nach Deutschland zurückzukehren. Allerdings konnte mich meine Familie nicht finanziell unterstützen, und die Uni war auch nicht so mein Fall.
Zum Glück bot mir jemand einen Job als Model an. Also ging ich mit 17 nach Paris, um in dieser Branche zu arbeiten. Nach fünf Jahren wurde mir das zu langweilig. Ich ging auf die Theaterschule, und weil ich genügend verdient hatte, konnte ich mein erstes Projekt sehr sorgfältig auswählen.
Dieser Film hat mir sicher viele Türen geöffnet, und ich bekomme eine wesentlich größere Zahl von Angeboten. Aber das macht die ganze Angelegenheit eigentlich auch schwieriger. Denn jetzt ist die Frage: Wie viele davon soll und darf ich ablehnen, um auf noch bessere Rollen zu warten?
Ein Teil von mir sagt sogar: Jetzt mach mal Pause. Dann können die Leute endlich deine bisherigen Filme sehen und beurteilen, ob du spielen kannst oder nicht.
Das war der französische Film "Merry Christmas". Er erzählt eine wahre Geschichte von gegnerischen Soldaten im Ersten Weltkrieg, die kurzzeitig einen Waffenstillstand schließen, um Weihnachten feiern zu können. Ich spiele darin eine Opernsängerin.
Nun ja, die können physisch ganz schön anstrengend sein. Für "Troja" war es notwendig, innerhalb von zwei Wochen fünf Kilo zuzunehmen. Alle zwei Stunden musste ich etwas essen oder einen Proteinshake schlucken. Dabei war mir die Rolle zu diesem Zeitpunkt nicht mal sicher!
Weil ich "Das Vermächtnis der Tempelritter" unmittelbar danach drehte, blieb keine Zeit mehr, um mich in Form zu bringen. Deshalb hat mich der Dreh ganz schön geschlaucht. Andererseits - wovon reden wir? Wenn ich das mit meiner Kindheit vergleiche, sind diese Erfahrungen doch lächerlich.
Ich musste auf eine Dorfschule gehen - als eins von drei Mädchen mit 24 Jungen in einer Klasse. Und ich hatte Pflichtfächer wie Chemie und Physik, die ich nicht ausstehen konnte.
Die ganze Zeit sagte ich mir nur: Wann kommst du hier endlich raus...?
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