Stephen Frears
Mit "Die Queen" geht Stephen Frears in die Woche nach Lady Dianas Tod im Jahr 1997 zurück. In den US- und britischen Kinos kam der Film königlich an.
» Holt die Wirklichkeit die Fiktion ein?
STEPHEN FREARS: Jedenfalls ist sie manchmal aufregender als das, was wir uns in der Fantasie ausmalen. Wenn ich mir ein Filmthema überlege, merke ich, dass manchmal nichts so interessant ist wie das wahre Leben. Was 1997 in England und in der königlichen Familie passierte, so ein Drama kann man sich nicht ausdenken. Die Flugzeuge in den Twin Towers haben uns doch mehr erschüttert als jeder Hollywood-Blockbuster.
» Was sind die wahren Momente bei "Die Queen"?
Die Recherche für "Die Queen" war riesig. Der Rahmen stimmt, aber die Dialoge basieren auf unseren Vorstellungen. Wir mussten aufpassen, dass wir uns an die Fakten hielten und nicht übertrieben. Schließlich kennt jeder die tragische Geschichte.
» Richtet sich Ihr Film speziell an ein europäisches Publikum?
Weltweit sind die Leute neugierig auf alles, was mit den Royals zu tun hat. Nicht nur die Boulevardpresse lebt von blaublütigen Schicksalen. Britische Themen wie Monty Python, Harry Potter oder James Bond sind exportfähig. Noch vor den Dreharbeiten gab es Vorverkäufe, nicht nur nach Italien, sondern auch nach Amerika. Das sagt doch einiges.
» Was verbindet Sie mit dem Drehbuchautor Peter Morgan?
Wir haben bei "The Deal", einem TV-Film über Tony Blair und die New Labour, hervorragend zusammengearbeitet. Das Drehbuch zu "Die Queen" sprüht vor Vitalität, und auf so etwas warte ich. Auch wenn ich kein Freund von Improvisation bin, ändert sich doch manchmal etwas in der Diskussion mit den Schauspielern, und da mag ich es, wenn der Autor im Notfall eine Szene umschreiben kann oder auch abwinkt. Peter Morgan war ständig am Set.
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